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Meine Stadt Pferdeturm: Die ewige Sanierung des Eisstadions
Hannover Meine Stadt Pferdeturm: Die ewige Sanierung des Eisstadions
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14:57 24.06.2019
KULT: Das Eisstadion am Pferdeturm ist seit Jahrzehnten Heimspielstätte der Hannover Indians und wird seit fünf Jahren von der KMG-Network GmbH betrieben.
KULT: Das Eisstadion am Pferdeturm ist seit Jahrzehnten Heimspielstätte der Hannover Indians und wird seit fünf Jahren von der KMG-Network GmbH betrieben. Quelle: Dröse
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HANNOVER

Das Eisstadion am Pferdeturm als ewige Baustelle: LED-Licht- und Soundanlage für die Eisfläche, Duschen, Toiletten, Eismaschine, leistungsstarkes Trafohäuschen, jetzt die Zufahrtsstraße zu den Parkplätzen zwischen Eisstadion und Bahndamm – und das ist nur eine Auswahl der größeren Maßnahmen.

Fast auf den Tag seit fünf Jahren leitet die KMG Network GmbH als Betreibergesellschaft der Eheleute Gerhard und Kristina Mittrop-Griebler die Geschicke des Eishockeystadions – und hat in dieser Zeit einen hohen sechsstelligen Betrag in die Immobilie investiert, „ein Wert von drei Einfamilienhäusern“, sagt es Kristina Mittrop-Griebler. Fertig ist das Projekt noch lange nicht: 2020 wird das Hallendach gesäubert und die Bedachung der Gastronomie am Pferdeturm saniert. Das Ende werde das wohl noch nicht sein, ahnt Mittrop-Griebler. Verliert sie langsam die Lust? „Nein, inzwischen mache ich das als Fulltime-Job.“

Kondenswasser tropfte aufs Eis und verursachte Eispickel

Hannovers Eishockey-Kulttempel, die Heimstätte des Oberligateam der Indians – ein Fass ohne Boden also? „Im Prinzip schon“, sagt Kristina Mittrop-Griebler. „Aber als wir das Stadion 2014 übernommen haben, war uns klar, dass es einen erheblichen Sanierungsstau gibt. Die Immobilie ist halt in die Jahre gekommen.“ Oder anders ausgedrückt: „Es hatte sich eine Art Patina über alles gelegt.“ Als Beispiel nennt sie die Tontechnik. Die hing 25 Jahre unter dem Hallendach, war überholt, klang nicht mehr gut. Das Problem aber war ein anderes. Über dem zentralen Kubus über dem Eis – mit 250 Kilogramm Technik allein schon ein Koloss – bildete sich Kondenswasser, tropfte dann auf die Spielfläche hinunter – und sorgte für Pickelbildung auf dem Eis der Kufencracks. „Das ist jetzt vorbei.“

HERZ FÜR DIE INDIANS: Kristina Mittrop-Griebler (Mitte) mit den Eismeistern Dominik Sundhaupt (links) und Thomas Kinschere. Quelle: Rainer_Dröse

Jammern will die Chefin der KMG Network aber nicht, denn man bekomme von Verein und Fans sehr viel Dankbarkeit zurück. „Die Hannoveraner lieben ihren Kulttempel.“ Und immerhin hat die Stadt kürzlich entschieden, den Zuschuss für die Unterhaltung um 40 000 Euro auf jetzt 100 000 Euro aufzustocken. Das Geld kann sie gut gebrauchen, denn aktuell wird die Zufahrtsstraße zu den Parkplätzen grundsaniert. Ebenfalls ein wichtiges Anliegen, denn Wurzelwerk der Bäume hat zu erheblichen Verwerfungen des Asphalts geführt, Wasser konnte nicht versickern, führte zum Aufplatzen der Decke an vielen Stellen. Die Zuwegung wird nun gepflastert –um künftige Reparaturen zu erleichtern, wenn die Baumwurzeln wieder nach oben drücken.

Spröder Charme des Pferdeturms bleibt erhalten

Nichtsdestotrotz: Den spröden Charme der Eishockeyarena wollen die Grieblers auch in Zukunft erhalten, deshalb beschränke man sich seit 2014 darauf, eher hinter den Kulissen neueste Technik zu installieren oder wie aktuell die Gästeumkleide zu renovieren. „Dieser Charme macht den Reiz des Pferdeturms aus“, sagt Kristina Mittrop-Griebler.

Charme erhalten und trotzdem modernisieren, das scheint anzukommen. Kristina Mittrop-Griebler berichtet von jährlichen Zuwachsraten beim öffentlichen Eislaufen von zehn Prozent und die Kochschule „Friends“, die sie 2018 eröffnete, könne sich auch über gute Buchungsraten freuen. „Kindergeburtstage, private Veranstaltungen, Kochkurse – eine Bereicherung für den Pferderurm.“

Von Andreas Voigt