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Meine Stadt Grabmal auf Knopfdruck: So digitalisiert sind Hannovers Friedhöfe
Hannover Meine Stadt Grabmal auf Knopfdruck: So digitalisiert sind Hannovers Friedhöfe
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06:00 25.04.2019
LETZTE RUHESTÄTTE: Städtische Friedhöfe wie Engesohde verwaltet die Stadt zunehmend digital. In Kürze kommt ein geografisches Infosystem zu Einzelgräbern hinzu.
LETZTE RUHESTÄTTE: Städtische Friedhöfe wie Engesohde verwaltet die Stadt zunehmend digital. In Kürze kommt ein geografisches Infosystem zu Einzelgräbern hinzu. Quelle: Archiv
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HANNOVER

Grabnutzungserwerbe und Grabmalgenehmigungen auf Knopfdruck oder die Übersicht der Belegungen auf den städtischen Friedhöfen am PC – die Digitalisierung hat die letzte Ruhestätte erreicht. Zumindest auf Verwaltungsseite. Das aber schon vor Jahren und wurde seinerzeit offenbar so geräuschlos eingeführt, dass die Ratspolitik jetzt feststellen musste, dass ihr Antrag auf Digitalisierung der Friedhofsverwaltungen in weiten Teilen überholt war, wie er am Mittwoch im Organisations-und Personalausschuss von der Ampelgruppe vorgelegt worden ist.

Infos sind auf einer digitalen Grabakte gespeichert

Mit der Digitalisierung im Friedhofswesen soll alles schneller, effizienter und einfacher gehen, so die Argumentation – alles Schnee von gestern. „Karteikarten haben wir schon seit Jahren nicht mehr“, so Svenja Koebe, die Bereichsleiterin bei der Friedhofsverwaltung. Man arbeite stattdessen mit einer digitalen Grabakte, die etwa Informationen über die Grabstätte im Allgemeinen, die Belegungsdauer, Angaben zum Verstorbenen und Ansprechpartner für die Stadt beinhalte. „Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, uns die Belegungsauslastung der jeweiligen Friedhöfe aufzurufen“, führte die Stadtmitarbeiterin aus.

Ebenfalls Teil der Software für die Friedhofsverwaltung: die digitale Bearbeitung von Gebührenbescheiden oder Genehmigungen. Seit kurzem baut die Stadt außerdem ein grafisches System auf, mit dessen Hilfe sich in Kürze Friedhofspläne mit Infos zur jeweiligen Grabstätte erfassen und aufrufen lassen. Kurzum: Das, was die Ampelgruppe von der Friedhofsverwaltung einforderte, gibt es bereits in großen Teilen, was Vertreter die Gruppe Linke/Piraten, AfD und CDU zu der Bemerkung brachte, der Ampelantrag sei im Kern überflüssig „und schlecht vorbereitet“, wie es Dirk Machentanz (Gruppe Linke/Piraten) formulierte.

QR-Codes an Grabsteinen bleiben Zukunftsvision

„Wollen Sie den Antrag nicht zurückziehen?“, fragte Sebastian Marski von der CDU in Richtung Ampelgruppe. Dazu konnte sie sich zwar nicht durchringen, aber immerhin dazu, den Antrag als formal behandelt anzusehen, also ohne förmliche Abstimmung. Die soll jetzt der federführende Ausschuss für Umwelt und Stadtgrün vornehmen.

Ohne die virtuelle Unsterblichkeit vollends voranzubringen. Denn digitale QR-Codes an Grabsteinen, über die mittels des eigenen Handys etwa Bilder, Videos und die Lebensgeschichte des Verstorbenen abgerufen werden können wie auf einem Kölner Friedhof, sind in Hannover nicht vorgesehen. So weit geht die Digitalisierung des Friedhofwesens an der Leine dann doch nicht.

Von Andreas Voigt