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Meine Stadt Hannover: Die Tunnel-Lösung funktioniert
Hannover Meine Stadt Hannover: Die Tunnel-Lösung funktioniert
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00:25 13.09.2014
Von Christian Bohnenkamp
KEINE PROBLEME: Die Umleitung der Linie 10 in den Tunnel zum Waterlooplatz hat gut funktioniert. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Es gibt Situationen, in denen Politiker nicht sagen dürfen, was sie denken. Karlheinz Mönkeberg ist in so einer Situation. Der Verkehrsexperte der Regions-SPD war gegen die aktuellen Pläne zur Stadtbahnstrecke D und für die Scheelhaase-Lösung, bei der die Linie 10 durch vorhandene Tunnel fahren soll, anstatt für viele Millionen Euro große Teile der Innenstadt umzubauen. Wegen der Gleisarbeiten in der Kurt-Schumacher-Straße musste die Stadtbahnlinie 10 in den vergangenen Wochen jedoch zwangsweise den Scheelhaase-Plan fahren – und das klappte hervorragend. „Es gab keinerlei Probleme“, bestätigt Jens Hauschke, Sprecher der für den Umbau der D-Strecke zuständigen Infra. „Mir war klar, dass das funktioniert“, sagt Mönkeberg knapp. Mehr nicht. Außer: „Wir haben eine Koalition, und die entscheidet was gemacht wird.“

Es waren die Grünen, die sich in dieser Frage gegen den großen Partner durchgesetzt hatten. Die SPD machte mit, obwohl es auch in ihren Reihen große Vorbehalte gegen die oberirdische Lösung einer Linienführung zum Raschplatz gegeben hatte, die bis zu 50 Millionen Euro kosten wird. Um den Koalitionsfrieden zu retten.

Dass die Scheelhaase-Lösung erwiesenermaßen tatsächlich funktioniert, nimmt CDU-Verkehrsexperte Eberhard Wicke nun zum Anlass, Rot-Grün noch einmal „zum Umdenken“ aufzufordern. „Noch ist die Zeit da, Millionen von Steuergeldern vor dem sinnlosen Verbrennen zu retten“, sagt er.

Tatsächlich käme die Tunnel-Lösung, die auf den früheren Leiter des städtischen U-Bahnamtes Klaus Scheelhaase zurückgeht, deutlich günstiger. Zwar müssten weiterhin auf der Limmerstraße Hochbahnsteige gebaut werden, um diese barrierefrei zu machen. Viele Millionen Euro für den Umbau im City-Bereich ließen sich aber sparen.

Selbst für Taktverdichtungen, das hat der Zwangsversuch während der Gleisarbeiten gezeigt, wäre Luft nach oben. Im 7,5- Minuten-Takt sind die Bahnen der Linie 10 in der Hauptverkehrszeit nach der Haltestelle Humboldtstraße in den Tunnel Richtung Haltestelle Waterlooplatz eingebogen. Zusammen mit den Linien 3, 7 und 9 waren das 26 Bahnen pro Stunde. Theoretisch wären in 60 Minuten bis zu 36 Bahnen möglich.

Die Grünen bleiben dennoch hart. „Die neue Linienführung hat Vorteile. Die Umsteigeverbindungen sind gut, und wir haben die Möglichkeit, die Linie später mal bis zum Platz der Kaufleute zu verlängern“, sagt Stefan Winter, Verkehrsexperte der grünen Regionsfraktion.