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Meine Stadt Hannover: Der Rote Punkt als Hilfe beim Bahnstreik
Hannover Meine Stadt Hannover: Der Rote Punkt als Hilfe beim Bahnstreik
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22:59 05.11.2014
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Hannover

Bis Montag wollen die Lokführer bundesweit streiken. Schon heute müssen Bahnfahrer mit massiven Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen, viele Züge sollen ausfallen. Betroffen sind Züge im Nah- und Fernverkehr. Vor allem Pendler im Umland Hannovers trifft der Streik empfindlich. Genau da möchte die NP helfen – und druckt am Donnerstag den „Roten Punkt“, ein traditionsreiches Symbol der gegenseitigen Hilfe in Ausnahmesituationen.

Und so geht es: Schneiden Sie den „Roten Punkt“ nach dem Ausdrucken aus und befestigen Sie ihn an ihrem Auto. Damit zeigen Sie: Sie bieten anderen gerne eine Mitfahrgelegenheit. Alle Menschen, die mitgenommen werden möchten, können entsprechende Schilder mit dem Punkt darauf verwenden. Fahren Sie am besten an Bahnstationen vorbei. Die Aktion läuft auf eigene Gefahr.

Das ist der „Rote Punkt“: Die Aktion wurde in Hannover im Juni 1969 berühmt: Die Preise des Nahverkehrs sollten um etwa 33 Prozent steigen, Studenten, Schüler und nicht zuletzt der Kabarettist Dietrich Kittner blockierten damals die Straßenbahnen und organisierten zeitgleich einen eigenen öffentlichen Nahverkehr – mit Hilfe von etlichen Autofahrern. Um sich solidarisch mit den Studenten zu zeigen, schnitten Autofahrer einen roten Punkt aus Papier oder nutzten Aufkleber und brachten den Punkt gut sichtbar an der Autoscheibe an. Anschließend fuhren sie die üblichen Stationen des Nahverkehrs an und nahmen Menschen, die auf die Bahnen angewiesen sind, kostenlos mit. In Hannover hatte in den Hochzeiten des Protests fast jedes zweite Auto einen roten Punkt an der Windschutzscheibe. Erst als die Preiserhöhung zurückgenommen wurde, wurden die Blockaden beendet.

Der „Rote Punkt“ erlebte erst im vergangenen Jahr eine Neuauflage. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte im Zuge der Tarifauseinandersetzungen vorgesehen, die Üstra zu bestreiken – direkt zur CeBIT. Die Messe AG hatte darum schnell 100.000 rote Punkte drucken lassen, mit deren Hilfe spontane Fahrgemeinschaften gebildet wurden. Großunternehmen wie die TUI oder der AWD unterstützten die Aktion genauso wie kleinere Firmen oder Vereine wie der Freundeskreis Hannover. Sogar Spieler von Hannover 96 machten per Facebook für die Aktion Werbung und riefen dazu auf, Messebesuchern zu helfen.

Am Donnerstag in Ihrer Heimatzeitung oder hier zum Ausdrucken: Schneiden Sie das Symbol aus, bringen Sie ihn im Auto an – und nehmen Sie Pendler mit.

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