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Meine Stadt Darum wird Hannovers City am Freitag richtig voll
Hannover Meine Stadt Darum wird Hannovers City am Freitag richtig voll
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06:42 28.11.2019
Black Friday 2018: Das Late-Night-Shopping zog Massen von Schnäppchenjägern in die Innenstadt. Quelle: Foto: Dröse
Hannover

Der „Black Friday“ am 29. November gilt als Schnäppchentag des Jahres. Händler locken mit massiven Rabatten in Online-Shops und Läden. Für den Handel markiert der Tag den Start in das Weihnachtsgeschäft. Auch Hannovers Einzelhandel rechne daher mit Rekordumsätzen und mehr Besuchern, sagt Martin Prenzler, Chef der City-Gemeinschaft.

Nach Einschätzung von Mark Alexander Krack, Geschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, sei an dem Rabatt-Aktionstag sogar mit einem Umsatzplus von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen. Viele nutzten die üppigen Rabatte, um Kleidung und technische Geräte wie Handys oder Tablets zu kaufen, so Krack: „Da merkt man schon, dass die Leute noch preissensibel kaufen.“ Die Mehrheit der Kunden würden den „Black Friday“ zudem dafür nutzen, um bereits Weihnachtsgeschenke zu besorgen.

Oberbürgermeister Onay spricht in der Marktkirche

Doch der Schnäppchentag an diesem Freitag ist nicht das einzige Großereignis in Hannovers Innenstadt: Parallel dazu wollen die Umweltaktivisten von „Fridays for Future“ sich erneut am globalen Klimastreik beteiligen, ab 12.30 Uhr rufen sie zu einer großen Demonstration durch die City auf.

Die Klimaaktivisten von Fridays for Future treffen sich am Mittag auf dem Opernplatz. Quelle: Tim Schaarschmidt

Während Hannovers Polizeidirektion von etwa 7000 Teilnehmern ausgeht und erhebliche Verkehrsbehinderungen erwartet, sprechen die Veranstalter selber sogar von gut 10.000 Protestteilnehmern. Fridays-Aktivistin Kaja Schwab: „Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass es noch wesentlich mehr werden. Beim letzten globalen Klimastreik Ende September in Hannover hatten wir auch 10.000 Teilnehmer erwartet. Am Ende waren es dreimal so viele.“

Bevor die Demo um 12.30 Uhr auf dem Opernplatz beginnt, wollen die Initiatoren um 5 nach 12 an verschiedenen Orten in der Stadt einen „Klima-Alarm“ läuten lassen. Als Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung will auch die Marktkirche die Glocken läuten lassen. Zudem unterstützt das evangelische Gotteshaus erstmals mit einer Andacht die „Fridays for Future“-Proteste. Dabei werde auch Hannovers neu gewählter Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) sprechen, so der Stadtkirchenverband.

Fridays for Future streikt fürs Klima

Unterdessen sieht der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz, in den Klimaprotesten der Schüler einen Rechtsbruch: Wer während der Schulzeit demonstriere, verstoße gegen die Schulpflicht. Er begrüße zwar das Engagement der Schülerinnen und Schüler, sagte Audritz zum Auftakt des Philologentages 2019 in Goslar. Sie dürften sich allerdings keine Sonderrechte herausnehmen und einen Schultag auf Dauer zum schulfreien Tag erklären.

Es ist bereits der vierte globale Klimastreik, der bundesweit unter dem Motto #AlleFürsKlima und #NeustartKlima steht. Junge Menschen in 149 Ländern wollen sich an dem Protest beteiligen. In Deutschland protestieren die Initiatoren zugleich gegen das Klimapaket der Bundesregierung.

Sie kritisieren die vor rund zwei Monaten verabschiedeten Maßnahmen gegen die Klimakrise als völlig unzureichend. „Die Bundesregierung hat damit gezeigt, dass sie den Ernst der Lage nicht erkannt hat“, sagt Hannovers „Fridays“-Sprecherin Hannah Springer. In Niedersachsen richtet sich der Protest zugleich gegen das Klimaschutzgesetz der Landesregierung, das die Aktivisten ebenfalls als zu lasch betrachten.

Kritik auch am Konsumtag „Black Friday“

Kritik werde es bei den Protesten auch am Konsumtag „Black Friday“ geben, so Schwab: „Dieser Konsumwahn hat negative Folgen für die Umwelt und trägt gleichzeitig zur Klimaerwärmung bei.“ Für die Aktivisten sei der „Black Friday“ wirklich ein schwarzer Freitag. „Schnäppchenjäger sollten vorher gut abwägen, ob sie ein Produkt, das um die halbe Welt geflogen wird, tatsächlich brauchen. Sie sollten insgesamt weniger konsumieren und dafür lieber mit uns auf die Straße gehen“, sagt Springer.

Zum „Black Friday“ locken viele City-Händler mit Rabattaktionen. Quelle: Rainer Dröse

Auch beim Naturschutzverein Bund Niedersachsen, der zur Teilnahme am globalen Klimastreik aufruft, stößt der „Black Friday“ insbesondere vor der Diskussion um Nachhaltigkeit auf Kritik und Unverständnis. „Der Black Friday dient allein dazu, den Konsum zu steigern“, mahnt Tonja Mannstedt vom Bund.

Konsumenten haben Verantwortung

Die Terminüberschneidung mit dem globalen Klimastreik von „Fridays for Future“ zeige, vor welchen Herausforderungen die Gesellschaft heute steht. Mannstedt: „Menschen sollten lieber nachhaltig einkaufen und Schnäppchentage ignorieren.“ Um ihrer Kritik Nachdruck zu verleihen, rollten Bund-Aktivisten am Mittwochnachmittag an der Karmarschstraße eine drei Meter große Weltkugel über ihre Köpfe hinweg. „Als Zeichen der Verantwortung, die wir für die Zukunft der Erde haben. Wir alle müssen die Erde vor dem Klimakollaps retten und dafür auf die Straße gehen“, so Mannstedt.

Auch die Organisation „Fairtrade“ sieht im „Black Friday“ einen schwarzen Tag für nachhaltigen Konsum. Es sei der Höhepunkt eines höchst fragwürdigen Konsums, so Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland): „Der ’Black Friday’ steht für Überfluss und Schnäppchenjagd auf Kosten Dritter. Den Preis unseres Billigkonsums zahlen andere: Näherinnen in Textilfabriken oder Baumwollbauern verdienen oft nicht einmal genug, um ihre Familien gut zu versorgen. Wir rufen stattdessen zum Kauf-Nix-Tag auf.“

Martin Prenzler: „Wir erwarten Rekordumsätze“

Am „Black Friday“ erwartet auch Hannovers Einzelhandel Rekordumsätze. Ein Gespräch mit Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft.

Wie wichtig ist der „Black Friday“, den es seit 2006 auch in Deutschland gibt, inzwischen für Hannovers Händler?

Es ist ein sehr wichtiger Tag für den Einzelhandel. In den vergangenen Jahren hat der „Black Friday“ immer mehr an Bedeutung gewonnen, die Innenstadt war jedes Mal rappelvoll. Und wir haben viele Kunden zurückgewonnen, die wir schon an das Internet verloren glaubten, insbesondere die jungen Menschen. Die Kunden sind förmlich angefixt. Und es stimmt uns glücklich, dass die Schnäppchenjagd nicht nur im Internet, sondern ganz klar auch bei den Profis vor Ort stattfindet.

Martin Prenzler ist Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Quelle: Archiv

Im Vorjahr brachten rund 250.000 Schnäppchenjäger zeitweise den Verkehr zum Erliegen. Wie viele Menschen erwarten Sie an diesem Freitag?

Wir rechnen mit etwa 250.000 bis 265.000 Besuchern in der Innenstadt. Es wird auf jeden Fall noch voller als 2018. Nur zum vergleich: An einem normalen gut laufenden Freitag kommen etwa 210.000 Kunden in die Stadt. Daran sieht man, wie sehr der „Black Friday“ zieht.

Und was bedeutet das konkret für die Umsätze?

Wir erwarten am „Black Friday“ Rekordumsätze. Der Tag wird ein großer Erfolg für den Einzelhandel. Wir spüren schon seit einigen Tagen, wie die Leute auf diesen Tag hinfiebern. Dabei gibt es schon im Vorfeld viele Angebote und Schnäppchen.

Von Britta Lüers

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