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Meine Stadt DLRG warnt vor den Gefahren der Badesaison
Hannover Meine Stadt DLRG warnt vor den Gefahren der Badesaison
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06:00 21.05.2019
Nicht ungefährlich: Der Silbersee in Langenhagen: Hier kam es 2018 zu zwei schweren Badeunfällen, einer endete tödlich. Quelle: Elsner
Hannover

Darauf haben Wasserratten, Badenixen und Schwimmfans gewartet. Der Startschuss in die Badesaison ist gefallen. Und obwohl das passende Wetter noch auf sich warten lässt, laden Hannovers Seen und Teiche wieder zu einer Abkühlung ein. Dabei hat das nasse Vergnügen gerade in natürlichen Gewässern auch eine gefährliche Kehrseite. Angesichts der Zunahme von Badeunfällen im vergangenen Sommer appelliert die DLRG an die Bürger, überlebenswichtige Regeln zu beachten.

Der heiße Sommer 2018 forderte in Niedersachsen 61 Badetote. Allein in der Region Hannover ertranken fünf Menschen. Zahlen und Schicksale, die Torsten Heuer, Vorsitzender des DLRG-Stadtbezirks, immer noch bewegen. Sein dringender Appell: „Geht nicht in unbewachten Gewässern schwimmen und überschätzt euch nicht!“ Bis auf den Tod eines 79-Jährigen im Altwarmbüchener See, bei dem höchstwahrscheinlich ein medizinisches Problem vorlag, waren alle Unfälle vermeidbar, hätten sich die Opfer oder Begleitpersonen an simple Regeln gehalten.

Grundsätzlich gilt in allen natürlichen Gewässern erhöhte Vorsicht. In Seen können vermeintlich flache Uferbereiche hinter Abbruchkanten plötzlich abrupt ins Tiefe abfallen. „Der eine Schritt weg vom Ufer kann dann schon einer zu viel sein“, warnt Heuer. Deshalb rät der DLRG-Retter gerade unsicheren Schwimmern, nicht allein ins Wasser zu gehen, „damit im Notfall noch jemand zupacken kann“.

„Seepferdchen reicht nicht aus“

Wer Kinder dabei hat, sollte diese zu keiner Zeit aus den Augen lassen, möglichst immer selbst mit im Wasser stehen, wenn der Nachwuchs planscht. Erste Schwimmkenntnisse sorgen bei Eltern häufig für eine trügerische Sicherheit. „Das Seepferdchen reicht aber nicht aus, der Freischwimmer ist das Minimum, um von einer halbwegs sicheren Schwimmfähigkeit sprechen zu können“, stellt Heuer klar.

Völlig tabu sollten hingegen Mittelland- und Leinekanal sein. Hier wird es hinter dem Ufer nicht nur schlagartig tief, Strömungen und nicht zuletzt der Bootsverkehr sorgen für zusätzliche Gefahren. 2018 ertrank an der Schleuse in Limmer ein junger Mann, ein anderer an der Hindenburgschleuse bei Anderten.

Auch viele Flüchtlinge wagen sich teils ohne jegliche Schwimmkenntnisse in unsichere Gewässer. Sie müssten laut Heuer noch eindringlicher vor den Gefahren gewarnt werden. „Da sind auch die Flüchtlingsbetreuungsvereine gefordert. Wir werden in den nächsten zwei, drei Jahren nicht allen Flüchtlingen das Schwimmen beibringen können.“ Schon jetzt seien Kurse, egal für welches Alter, völlig überlaufen. Der DLRG-Mann rät: „Wer möchte, dass sein Kind mit fünf Jahren schwimmen kann, sollte es schon mit drei Jahren anmelden.“

Neue Schilder warnen am Silbersee

Nichts für unsichere Schwimmer ist der Silbersee in Langenhagen. 2018 gab es hier gleich zwei schwere Badeunfälle. Ein siebenjähriger Junge überlebte das Unglück. Ein 15-Jähriger konnte zunächst reanimiert werden, verstarb aber zwei Wochen später im Krankenhaus. Ein runder Tisch mit DLRG, Feuerwehr, Johannitern, Langenhagener Stadtverwaltung und Politik diskutierte über Maßnahmen.

Schließlich stellte die Verwaltung neue Warnschilder auf, die auf Gefahren und Regeln hinweisen. „Damit sind wir aber noch nicht ganz zufrieden. Piktogramme wären besser. Die versteht man auch, wenn man nicht lesen kann“, findet Torsten Semmler, Vorsitzender der DLRG Langenhagen. Eine Überwachung aller Badegäste rund um die Uhr können die Lebensretter jedenfalls nicht leisten. „Wir sind alles Ehrenamtliche und machen das in unserer Freizeit.“

Von André Pichiri

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