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Meine Stadt Die CDU auf der Drogenmeile
Hannover Meine Stadt Die CDU auf der Drogenmeile
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15:13 08.08.2019
UNHALTBARE ZUSTÄNDE: Junkies, Obdachlose und Trinker belagern die Zugänge zu den Räumen des Bahnsozialwerks, wo auch der Modelleisenbahnverein untergebracht ist. Nach einem Übergriff auf dessen Vorsitzenden hat der Club den Betrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Quelle: Foto: privat
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Hannover

Ortstermin an der Drogenmeile: Der Modelleisenbahnverein Hannover hatte Besuch von der CDU. Der Fraktionschef im Stadtrat, Jens Seidel, und der Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl, Eckhard Scholz, haben sich die Zustände auf dem Platz vor dem Rauschgiftkonsumraum „Stellwerk“ angesehen. Einhellige Meinung: So kann es nicht weitergehen.

Im Gespräch: CDU-Fraktionschef Jens Seidel (links) mit Modelleisenbahner Michael Kahler und Sven Schulz von der Stiftungsfamilie des Bahnsozialwerks (rechts). Quelle: Mahrholz

Rückblende: Die Modelleisenbahner um ihren Vorsitzenden Michael Kahler waren es, die Ende Juli auf die Zustände auf der Drogenmeile aufmerksam machten. Die Zugänge ihres Vereinsheims werden von Junkies, Trinkern und Obdachlosen regelrecht belagert. Nach einem Übergriff, bei dem Kahler bepöbelt und angespuckt worden war, beschlossen die Mitglieder den Clubbetrieb einzustellen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlen.

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„Stehen vor einem Scherbenhaufen“

Am Besuch der CDU bei den Hobby-Eisenbahnern nahm auch Sven Schulz vom Servicebüro der Stiftungsfamilie Bahnsozialwerk (BSW) teil. Dem BSW gehören die Räume an der Drogenmeile. Dort sind 14 weitere Gruppen mit Bahnbezug untergebracht. Insgesamt treffen sich etwa 250 Modelleisenbahner, Sänger, Tänzer und Foto-Fans. Sie alle leiden unter der Belagerung von Angehörigen der sogenannten randständigen Szene: „Wir sind hier heimisch, wir wollen unsere Tradition aufrechterhalten, stehen aber vor einem Scherbenhaufen“, erklärt Schulz.

Die Beteiligten berichteten, dass sich die Lage auf der Drogenmeile seit zwei Jahren sukzessive verschlimmert habe. Bis 2017 habe es noch ein gutes Miteinander mit dem Café Connection, der Anlaufstelle für Rauschgiftsüchtige, gegeben. Mit Eröffnung des „Stellwerks“ kamen allerdings die Probleme – und neben Junkies auch zahlreiche Trinker und Obdachlose, so Kahler: „Und alle lagern mittlerweile hier vor unseren Türen.“ Ein Zustand, den Seidel und Scholz bei ihrem Besuch live erlebten.

Meile dreimal pro Tag geräumt

Dabei hatte die Polizei in einer gemeinsamen Aktion die Drogenmeile jeweils dreimal am vergangenen Freitag und Sonnabend geräumt und rund um den Bahnhof insgesamt etwa 35 Platzverweise verhängt. Der Zustand ist jedoch nie von langer Dauer: „Die Polizei ist kaum weg, dann wird wieder vor den Türen gelagert“, sagt der Kassierer der Modelleisenbahner, Matthias Fey.

Als „Sofortmaßnahme Nummer eins“ fordert Seidel, dass die Drogenmeile „dauerhaft freigehalten werden muss“ und alle Gruppen, die in die Räume des BSW wollen, „unabhängig von der Tageszeit ungehinderten Zugang haben“. Bei der Durchsetzung sieht er neben der Polizei vor allem den städtischen Ordnungsdienst in der Pflicht. Apropos Stadt: Aus der Verwaltung hat bislang niemand den Weg zu den Modelleisenbahnern und Co. gefunden, um sich mit ihnen persönlich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

OB-Kandidat Eckhard Scholz (rechts) zu Besuch bei den Modelleisenbahnern: Er ließ sich von Vereinschef Michael Kahler über die Zustände vor dem Clubheim an der Drogenmeile informieren. Quelle: Mahrholz

OB-Kandidat Eckhard Scholz hat sich nun einen Eindruck verschafft – und auch von anderen Plätzen in der Innenstadt, an denen es ähnliche Probleme gibt. Am Donnerstag will er sich öffentlich zum Komplex „Ordnung und Sicherheit“ äußern. Trotz „eindeutiger Befunde hat die Stadtspitze diesem Thema bis heute nicht die notwendige Bedeutung eingeräumt“, heißt es in der Einladung zu seiner Pressekonferenz.

Von Britta Mahrholz

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