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Meine Stadt Hannover: Erneute Brückensperrung führt zu Einschränkungen
Hannover Meine Stadt Hannover: Erneute Brückensperrung führt zu Einschränkungen
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18:31 20.03.2019
SPERRUNG: Vom 6. bis 15. April können hier keine Züge mehr drüber fahren. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Königstraße kommen voran, das erste große Brückenteil ist fast fertig. Um es einzubauen, muss die Brücke jedoch erneut wie bereits im vergangenen Oktober für knappe zwei Wochen für den Zugverkehr gesperrt werden. Das führt sowohl im Nah- wie auch im Fernverkehr zu erheblichen Einschränkungen.

Die Sperrung beginnt am Sonnabend, dem 6. April und dauert bis zum 15. April. Während dieser Zeit sind die Gleise 1 bis 12 nicht mehr für den Durchgangsverkehr nutzbar, für den dann nur noch ein Gleis für Züge von und nach Lehrte zur Verfügung steht. Etliche Züge werden umgeleitet, es kommt dabei im Wesentlichen zu den gleichen Streckenveränderungen und Fahrzeitverlängerungen wie im Oktober. Etliche Verbindungen werden nicht mehr den Hauptbahnhof anfahren, im Fernverkehr stattdessen am Messebahnhof halten. Zwischen Bismarckstraße und Hauptbahnhof ist kein Zugverkehr möglich. Alle Änderungen sind laut Bahn bereits im Fahrplan eingepflegt und können per Fahrplanauskunft abgefragt werden.

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An der Königstraße in Hannover wird die Eisenbahnbrücke erneuert – so weit sind die Bauarbeiten

Im Regionalverkehr fallen die Expresslinien S 21 (HannoverWeetzenBarsinghausen) und S 51 (SeelzeHannoverHameln) komplett weg. Die einzelnen Ziele sind weiter mit den Linien S 1, S 2 und S 5 erreichbar.

Änderungen im Regionalverkehr S 1 und S 2

Die Linien S 1 und S 2 werden teilweise mit der S 4 zusammengelegt. Auf den Verbindungen nach Minden und Nienburg gibt es keine Einschränkungen, die Bahnen fahren aber ab Hauptbahnhof als S 4 weiter nach Bennemühlen. Auch die Züge von Bennemühlen nach Hannover fahren fast fahrplanmäßig, teilweise aber zwei Minuten früher. Da sie danach entsprechend als S 1 oder S 2 nach Nienburg beziehungsweise Minden weiterfahren, sind auch hier die Startzeiten leicht vorverlegt. Die Strecken von und nach Haste über Weetzen enden jedoch am Bahnhof Bismarckstraße, die Bahnen fahren also nicht zum Hauptbahnhof. Wer dort hin möchte, sollte bereits am Bahnhof Linden/Fischerhof aussteigen und mit einer Stadtbahn der Linien 3 oder 7 weiterfahren.

Eine Brücke entsteht

Seit einem Jahr laufen die Arbeiten an der Eisenbahnbrücke über der Königstraße auf Hochtouren. Nach dem Abriss des maroden Gewölbes im Oktober 2018 fahren die Züge über acht Hilfsbrücken. Doch das erste neue Brückenteil ist so gut wie fertig.

Noch liegt es am Rande des Thielenplatzes auf einem Gerüst, versteckt vor den Augen neugieriger Betrachter unter großen Plastikplanen. Einer Art kantigem Zelt, wie ein überdimensioniertes Geschenkpaket, das nun Anfang April ausgepackt werden soll. Das Stahlskelett ist bereits mit Beton verkleidet, derzeit werden noch die Abdichtungen angebracht.

Massive, rostrote Stahlschienen, von deutlich größerem Kaliber als bei der Bahn sonst üblich, führen von diesem Koloss auf der Straßenebene in Richtung Brücke. Keine allzu große Strecke, gute 20 Meter, vielleicht ein bisschen mehr. Auf diesen Schienen wird das erste Überbauteil, wie das Brückenstück im Fachjargon heißt, ganz langsam an seinen vorgesehenen Standort gedrückt werden.

Der Startschuss zu diesem Manöver fällt in der Nacht zum Sonntag, dem 7. April, um 3 Uhr früh. „Das wird 28 Stunden dauern“, erklärt DB-Projektmanager Matthias Michaelis. Mit hydraulischen Pressen soll das Bauwerk dann Zentimeter für Zentimeter vorgeschoben werden. „Vorher aber müssen die Hilfsbrücken abgebaut und die Mittelstützen entfernt werden“, so Michaelis.

Deshalb muss die Brücke bereits ab der Nacht zuvor für die Züge gesperrt werden. Ab 1 Uhr am 6. April bis um 4 Uhr am Montag, dem 15. April, ruht dort der Verkehr. „Dann können wir wieder alles auf Grün schalten.“

Nach dem Aufbau der Teilbrücke werden auch weiterhin zwei Hilfsbrücken für den S-Bahn-Verkehr benötigt, die wieder aufgebaut werden müssen. Anschließend beginnen die Arbeiten an dem zweiten Brückenteil. Das soll bis Ende Juni weitgehend fertiggestellt sein. Für die Zeit vom 23. bis zum 29. Juli ist dann der Einbau dieses letzten Brückenstücks geplant. Dafür muss die Brücke erneut teilweise gesperrt werden. „Das wird aber weniger Auswirkungen haben“, verspricht Michaelis.

S 6 entfällt, S 7 fährt bis Celle

Besonders stark eingeschränkt ist die Verbindung nach Osten. Zwischen Hannover und Lehrte wird stündlich in beide Richtungen ein Langzug der Linie S 7 eingesetzt, mit drei statt der üblichen zwei Wagen. Wer weiter nach Hildesheim oder Celle möchte, muss in Lehrte in die S 3 umsteigen, deren Fahrtzeiten sich entsprechend ändern. Die Linie S 6 (CelleBurgdorfHannover) entfällt komplett, ebenso die sogenannten Schülerzüge zwischen Lehrte und Hildesheim.

Auf dem Abschnitt Hannover HauptbahnhofSarstedtHildesheim fallen die Züge der Linie S 4 komplett aus. Zwischen Hildesheim und Barnten setzt die Bahn Ersatzbusse ein. In Barnten besteht Anschluss an die Metronom-Züge RE2 HannoverGöttingen.

Flughafen-Transit nur noch im Stundentakt

Zwischen Flughafen und Hauptbahnhof fahren die Züge der Linie S 5 nur noch stündlich. Es gibt auch keine direkte S-Bahn-Verbindung nach Hameln mehr. Die S-Bahnen von dort pendeln nur noch bis zum Bahnhof Fischerhof und zurück. Als Alternative bleibt aber die Verbindung von und nach Paderborn bestehen, die ebenfalls in Hameln hält. Wer vom Flughafen in Richtung Hameln will, muss dann am Hauptbahnhof auf diese S-5-Verbindung nach Paderborn umsteigen. Züge auf dieser Strecke werden über die Güterumgehungsbahn umgeleitet, wodurch auf dieser Verbindung die Stationen Linden/Fischerhof und Bismarckstraße wegfallen. Auch die Linie S 51 HamelnSeelze entfällt komplett.

Nachtsternverkehr ab Bismarckstraße und Fischerhof

Der Nachtsternverkehr an Wochenenden läuft zwischen Hannover Hauptbahnhof und Celle beziehungsweise Nienburg planmäßig. Zwischen Hameln und Hannover beginnt und endet er jedoch am Bahnhof Linden/Fischerhof, zwischen Hildesheim und Hannover an der Bismarckstraße. In Linden gibt es Anschluss mit der Stadtbahn, an der Bismarckstraße setzt die Bahn Ersatzbusse bis zum ZOB ein. Auch der erst seit Mitte Dezember angebotene Nachtsternverkehr zwischen Haste und Hannover beginnt und endet dort.

Erixx, Enno und Metronom

Natürlich sind nicht nur die S-Bahnen im Regionalverkehr betroffen. Die Erixx-Züge der Linie RE 10 HannoverBad Harzburg starten und enden am Bahnhof Bismarckstraße. Sie halten zusätzlich in Rethen. Wer zum Hauptbahnhof möchte, sollte bereits dort in den Metronom umsteigen, empfiehlt Sprecher Björn Pamperin. In der Gegenrichtung empfehle sich der Umstieg am Messebahnhof. Beim RB 38 HannoverSoltau entfällt der Halt in Langenhagen-Mitte. Hier wird der Umstieg in die S-Bahn empfohlen.

Beim Enno RE 30 gibt es kaum Abweichungen, nur einige Züge im Zwischentakt fahren nur bis zur Karl-Wiechert-Allee. Auch der Metronom zwischen Hannover und Uelzen fährt fahrplanmäßig. Die Züge RE 2 in Richtung Göttingen fahren ab Hauptbahnhof etwa eine halbe Stunde früher und halten zusätzlich in Messe/Laatzen, Rethen und Barnten. In der Gegenrichtung fahren sie fahrplanmäßig in Göttingen ab, kommen aber etwa eine halbe Stunde später in Hannover an.

Fernverkehr stark betroffen

Gravierend sind auch die Auswirkungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Das Unternehmen hat zwar täglich mit bis zu 800 Baustellen zu tun, der Ersatzbau in Hannover ist jedoch eine der größten und problematischsten, da der Hauptbahnhof zu den besonders neuralgischen Verkehrsknoten im Bahnnetz zählt.

Da die Kapazität des Hauptbahnhofs eingeschränkt ist, müssen etliche Fernzüge auf andere Bahnhöfe als Alternativen ausweichen. So hält der stündliche ICE auf der Verbindung HamburgKasselFrankfurt am Messebahnhof. Das gilt auch für den ICE HamburgKasselNürnberg, der zusätzlich in Lüneburg, Uelzen und Celle stoppen wird. Weitere Züge zwischen Stralsund/Hamburg, Hannover und Frankfurt halten ebenfalls in Laatzen, einige fallen in Teilabschnitten auch ganz aus.

Ausweichstationen Lehrte und Wunstorf

Die IC-Verbindung KölnHannoverDresden hält ersatzweise in Lehrte und Wunstorf, das gilt auch für die Verbindung AmsterdamHannoverBerlin. Züge aus Berlin in Richtung Amsterdam halten dagegen wie gewohnt am Hauptbahnhof.

Die durchgehende ICE-Verbindung von Bremen nach München über Hannover kann nicht aufrecht erhalten werden. Es werden Shuttle-Züge zwischen Bremen und Hannover Messe/Laatzen eingesetzt, wo dann in den ICE nach München umgestiegen werden kann.

Küstentransit wird unterbrochen

Die IC-Verbindung von Norddeich nach Leipzig wird zwischen Hannover und Braunschweig unterbrochen. Züge von der Küste fahren nur bis Hannover und zurück, Züge aus dem Osten nur bis Braunschweig und zurück.

Die stündliche ICE-Verbindung zwischen Köln und Berlin führt wie gewohnt über Hannover Hauptbahnhof. Nur Verstärkungszüge insbesondere an Wochenenden fallen überwiegend aus.

Von Andreas Krasselt