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Meine Stadt Hannover: So will die Polizei das Böllerverbot durchsetzen
Hannover Meine Stadt Hannover: So will die Polizei das Böllerverbot durchsetzen
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09:04 31.12.2018
Silvester diesmal Tabu: Feuerwerk in Hannovers Georgstraße.
Silvester diesmal Tabu: Feuerwerk in Hannovers Georgstraße. Quelle: Foto: Körner/dpa
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Hannover

Große Teile von Hannovers Innenstadt werden Silvester zur Verbotszone. Von 20 Uhr bis Neujahr um drei Uhr wird Böllern zwischen Steintor und Opernplatz sowie Raschplatz und Platz der Weltausstellung nicht erlaubt sein. Wenn nötig wird es an den Zugängen zur Sperrzone Taschenkontrollen geben.

„Die Möglichkeit dazu haben wir“, betont Polizeisprecher André Puiu. Allerdings würden die Einsatzkräfte „so deeskalierend wie möglich vorgehen“. Heißt: Zunächst gibt es eine freundliche Ansprache. Wer allerdings in Verdacht gerät, illegal Böller, Raketen und Feuerwerk in die Sperrzone zu schmuggeln – zum Beispiel, weil er große Tüten oder Rucksäcke mit sich führt – muss mit Durchsuchungen rechnen.

Damit die Böller sofort unschädlich gemacht werden können, werden an den Kontrollpunkten Container mit Wasser aufgestellt, in denen diese entsorgt werden können. So streng wie beim Eintritt ins 96-Stadion werden die Kontrollen allerdings nicht sein. Absperrgitter sind nicht vorgesehen. Auch soll es laut Stadt keine extra Schilder geben, die die Verbotszone kennzeichnen.

Markiert: Die Verbotszone für Feuerwerk, die die Stadt angeordnet hat. Auch im Hauptbahnhof werden Böller nicht erlaubt sein. Quelle: Fleischhauer

Sollte es an anderen Stellen außerhalb der Verbotszone Probleme geben, will die Polizei jedoch auch dort Präsenz zeigen. „Unsere Einsatzkräfte sind mobil. Sollte sich das Geschehen verlagern, können wir diese schnell verlegen“, kündigt Sprecher Puiu an.

Ziel sei es in jedem Fall, „Vorkommnisse wie im Vorjahr zu verhindern“. 2017 waren unter anderem zwei Kinder durch Böller schwer verletzt worden.

Am Hauptbahnhof will die Bundespolizei das Böllerverbot streng durchsetzen. Wer mit Feuerwerk im Gepäck anreist, darf diesen nur über die Seiteneingänge verlassen, weil dieses sowohl am Raschplatz als auch auf dem Ernst-August-Platz verboten ist. Wer sich mit Böllern im Bereich des Hauptbahnhofes zwischen den Gleisen bewegen will. muss eine gültige Fahrkarte vorweisen, die belegt, dass man in Hannover umsteigen muss oder dort losfährt. Auch die Bundespolizei will illegal mitgeführte Böller und Feuerwerk sofort vernichten und droht mit Platzverweisen für alle, die sich nicht daran halten. Das gilt auch für die Verbotszone in der Innenstadt.

Neue Regeln: Ein Aushang an einem Geschäft macht auf das Feuerwerksverbot in Teilen von Hannovers Innenstadt aufmerksam. Extra Schilder will die Stadt aber nicht aufstellen. Quelle: Steffen/dpa

Erlaubt in den gesperrten Bereichen sind lediglich Kinderfeuerwerk der Kategorie eins wie Wunderkerzen oder Knallerbsen.

Nicht im Einsatz sein wird in der Silvesternacht der Ordnungsdienst der Stadt. Die Kontrolle der Verbote obliegt also allein der Polizei. Sie will mindestens so viele Beamte wie im Vorjahr aufbieten, möglicherweise sogar mehr. Man wolle aber „mit Fingerspitzengefühl“ vorgehen, so Sprecher Puiu.

Für Teile der Innenstadt hat die Stadt extra ein Feuerwerksverbot erlassen. Doch darüber hinaus ist Böllern auch im Bereich von Krankenhäusern, Kirchen, Altenheimen und Kindergärten nicht erlaubt – und zwar grundsätzlich. Geregelt ist das im Sprengstoffgesetz.

Dort steht auch, dass Feuerwerk der Kategorie zwei, zu der Böller, Batterien, Fontänen und Raketen gehören, nur am 31. Dezember und 1. Januar ohne Genehmigung abgebrannt werden darf. Der Verkauf ist auch an den drei Tagen vor Silvester gestattet.

Wer außerhalb dieser Zeiten Feuerwerk ohne Genehmigung abbrennt, muss mit Geldstrafen von bis zu 10 000 Euro rechnen. Wer nicht zertifizierte Knaller zündet oder herstellt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 50 000 Euro oder sogar einer Freiheitsstrafe rechnen.

Von Christian Bohnenkamp