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Meine Stadt Hannover: Wie sieht die Schule der Zukunft aus?
Hannover Meine Stadt Hannover: Wie sieht die Schule der Zukunft aus?
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16:34 25.03.2019
SCHULE DER ZUKUNFT: Bei der Bildungskonferenz geht es neben der Unterrichtsausstattung wie den interaktiven Whiteboards (Foto) auch um die pädagogische Inhalte an Hannovers Schulen über den allgemeinen Lehrplan hinaus. Quelle: dpa
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HANNOVER

Hannovers Schulpolitik gleicht mitunter einem sehr dicken Brett, an dem zwar kräftig gebohrt wird, das sich aber trotzdem nicht immer durchtrennen lässt. Deutlich wird dies aktuell an der Debatte um das 18. Gymnasium, bei der nicht nur die Standortfrage seit über einem Jahr ungeklärt ist. Auch bei der pädagogischen Ausrichtung, etwa hin zum Schwerpunkt Inklusion, zeigt sich die Politik seit Monaten unentschlossen.

Inhaltlich offen, um Platz zu machen für neue Lösungsansätze

Am Montag hat die Stadt nun zur Bildungskonferenz in das Kulturzentrum Pavillon geladen, um sich mit allen, die sich mit Schulthemen befassen, der Frage nach der „Schule der Zukunft“ für Hannover zu nähern. Gekommen sind knapp 300 Teilnehmer, beginnend von Schülern der Klasse acht über Fachleute aus dem Schulamt und dem Land bis hin zu Schulexperten im Ruhestand. Ob abschließend eine Antwort gefunden wird, bleibt offen: „Ich weiß nicht, welche Themen am Ende gesetzt werden und was dabei herauskommt“, sagt Hannovers Schuldezernentin Rita Maria Rzyski. Man habe sich im Vorfeld bewusst für eine inhaltliche Offenheit entschieden, um den üblichen Kongress-Rahmen zu sprengen –und somit den Weg frei zu machen für ganz neue Lösungsansätze. „Welche Schulformen gibt es noch außer dem 18. Gymnasium? Wie kann die Schule der Zukunft aussehen? Darum geht es bei der Bildungskonferenz“, so Rzyski.

RAUM FÜR IDEEN: Thilo Scholz, Claudia Brunsemann, Rita Maria Rzyski und Stefan Rauhaus (von links) versprechen sich von der eintägigen Bildungskonferenz im Kulturzentrum Pavillon Impulse für eine neue Schulform in Hannover. Quelle: Wallmüller

„Open Space“ nennt sich dieses Format, die Teilnehmer haben eigene Themen gesetzt wie etwa „Gewaltfrei Kommunizieren“, „Profilschule IT“, „Wohlfühlen und Innenraumgestaltung“, „Bewegung und Freiräume im Unterricht“ oder „Schulfächer der Zukunft“. Aber auch harte Themen wie „Umgang mit Flüchtlingen in der Schule“ oder „Inklusive Schulen“ wurden auf die Agenda dieser Eintages-Veranstaltung gehoben. „Die Themenfülle hat uns überrascht und zeigt uns, dass die Leute sich austauschen wollen“, sagt Stefan Rauhaus, in Kürze neuer Schulamtsleiter für die aus Altersgründen scheidende Vorgängerin Petra Martensen.

Auch Schüler sollen Wünsche zur Schule der Zukunft äußern

Es gehe bei der Bildungskonferenz nicht alleine um eine Schulform, sondern auch um die Frage, wie man in der Schule miteinander umgehen wolle, so Thilo Scholz, Geschäftsführer des städtischen Bildungsbüros. Deshalb erkundige man sich gerade bei den Schülern und Jugendlichen nach deren Lebenswelten und frage nach ihren Wünschen für eine Schule der Zukunft, sagt Claudia Brunsemann von „Planen mit Phantasie“, das die Bildungskonferenz coacht und begleitet. Ergebnisse dieser eintägigen Konferenz stellt die Stadt in der nächsten Sitzung des Schulausschusses vor. Ob aus der Zusammenkunft im Pavillon auch schon etwas ins 18. Gymnasium einfließe, ließ Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski am Montag offen – wegen des „Open Space“-Konzeptes.

Von Andreas Voigt