Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: Bewährungsstrafe für Räuber
Hannover Meine Stadt Hannover: Bewährungsstrafe für Räuber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 05.06.2019
LEGTE EIN GESTÄNDNIS AB: Alexander R. wurde wegen versuchten Raubes und Drogenhandels verurteilt (mit Anwalt Raphael Busch) Quelle: Thomas Nagel
HANNOVER

Da ist Alexander R. (30) noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen. Wegen zwei Verbrechenstatbeständen angeklagt, wurde er dennoch aus der U-Haft entlassen. Die Bewährungsstrafe von einem Jahr und elf Monaten ist ein Wechsel auf die Zukunft.

Der Angeklagte hatte versucht, am 6. Januar 2018 einen Juwelier in der Badenstedter Straße auszurauben. Unmaskiert und mit einer Gaspistole ging er in den Laden. Er forderte: „Geld und Gold.“ Doch eine Verkäuferin konnte ihn überzeugen, dass es weder das Eine noch das Andere gebe. Schmuck und Uhren ließ er liegen.  

Am 27. Juni 2018 fand die Polizei 276 Gramm Cannabis in seinem Zimmer. Zwei Gaspistolen lagen griffbereit daneben. Also handelte es sich aus Sicht des Staatsanwalts um Drogenhandel mit Waffen.

Überfall unter Einfluss von Drogen

Anwalt Raphael Busch erklärte, dass sein Mandant die Verantwortung für die Taten übernehme. „Der Überfall geschah unter Drogeneinfluss“, so der Verteidiger. Er habe Geld und Gold gefordert, um die Beute schnell in Kokain umzusetzen. Zu dem Drogenbesitz meinte Busch: „Er hatte die Drogen für einen Dritten aufbewahrt.“ Sein Lohn seien zehn Prozent vom Gesamtgewicht des Marihuanas gewesen. Die Schöffenrichterin wertete das als Drogenhandel im minderschweren Fall.

Schöffenrichterin Sylvia Riedel sah „besondere Umstände“, die für eine Bewährungsstrafe sprechen. Zum einen ist Alexander R. nicht vorbestraft. Zum anderen warten Frau und Kind auf ihn. Und der Angeklagte machte den Eindruck, als ob er sein Leben wieder in den Griff bekommen will. Nach dem Drogenfund machte er einen kalten Entzug. Seit einem Jahr ist er weg vom Kokain.

Drogen gegen den Arbeitsdruck

Alexander R. ist Maler und Lackierer. Und weil er ein guter Arbeiter sei, sei er auf vielen Baustellen eingesetzt worden, sagte sein Anwalt. Um dem Arbeitsdruck stand zu halten, habe er angefangen, Kokain zu nehmen. Als ab 2012 die Drogen zunehmend sein Leben bestimmten, habe er weiter „schwarz“ gearbeitet und gutes Geld verdient. So erkläre es sich auch, dass er keine Vorstrafen habe.

Sein Arbeitgeber habe ihm gesagt, dass er wieder fest bei ihm arbeiten könne, erklärte der Angeklagte. Nach vier Monaten U-Haft verließ er das Amtsgericht als freier Mann.

Von Thomas Nagel

Alltäglich ist das nicht: Die Städte Hannover und Laatzen ziehen ihre Grenze neu. Dadurch soll es vor allem ein Chemieunternehmen leichter haben. Das hatte bisher mit beiden Kommunen Papierkram zu bewältigen.

05.06.2019

Die Fridays-for-Future-Proteste könnten in Hannover bald noch größer werden. Die neue Bewegung „Students for Future“ will künftig in ihren eigenen Reihen mobilisieren.

08.06.2019

Er brauche das Geld für den Urlaub, gab ein Mann am Flughafen an. 11.500 Euro in bar und in Geldrollen hatte er dabei.

05.06.2019