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Meine Stadt Hannover: Bewährung für Heroin-Opa (79)
Hannover Meine Stadt Hannover: Bewährung für Heroin-Opa (79)
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22:51 15.11.2010
Jürgen N.: fotoscheu im Gerichtssaal.

Von Annette Rose

Hannover. Isabell B. (24) war im August 2009 in der Wohnung des Rentners an einer Überdosis gestorben. Der Verurteilte, der viele Jahre mit Frauen vom Straßenstrich verkehrte und für sie Drogen beschaffte, hatte ihr eine Dosis Heroin gegeben, bei B. sei aber weiteres Heroin gefunden worden. Es sei nicht klar, welches zum Tode geführt habe. Außerdem blieben von ursprünglich angeklagten 313 Fällen der Abgabe von Heroin an Prostituierte nur 25 übrig. Die anderen stellte das Gericht ein.

Bei der Urteilsbegründung fand Richter Stefan Joseph harte Worte für den Angeklagten: „Sie haben versucht, sich als Wohltäter zu verkaufen, der sich um süchtige Frauen kümmerte.“ Er habe sie jedoch ausgenutzt und sexuelle Gegenleistungen fürs Heroin gefordert. Der Richter sprach dem Bruder der toten Prostituierten, der als Nebenkläger im Prozess auftrat, Anerkennung für dessen sachliches Verhalten trotz zahlreicher Ausflüchte des Angeklagten aus. Für ihn sei wichtig gewesen zu erfahren, ob seine Schwester sterben musste, weil N. keine Hilfe geholt habe. Dies verneinten die Richter: Die Frau sei tot gewesen, als er sie fand.

Die Richter würdigten aber auch das Geständnis des Angeklagten und dass die Frauen auch ihn benutzt hätten, da sie oft nicht zahlten. Der 79-Jährige erhielt die Anweisung, sich nicht mehr in der Nähe von „Straßenstrich, Café Connection und Fixpunkt“ aufzuhalten. „Ich habe meine Lektion gelernt“, beteuerte er im Schlusswort. Das Gericht vertraue darauf, so Richter Joseph. Der Bruder der toten Prostituierten meinte: „Ich glaube nicht, dass er aufhört.“

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