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Meine Stadt Hannover: Ziehen Obdachlose in Asylheime ein?
Hannover Meine Stadt Hannover: Ziehen Obdachlose in Asylheime ein?
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09:29 17.01.2019
GRAVIERENDE MÄNGEL: Die neue Obdachlosenunterkunft an der Alten Peiner Heerstraße. Quelle: Foto: Rinas
Hannover

Immer weniger Flüchtlinge leben in den städtischen Unterkünften. Zwar kämen nach Angaben der Stadt monatlich 70 neue Flüchtlinge hinzu, ihre Zahl ist mit 4071 Menschen aber so gering wie schon lange nicht. Den Flüchtlingen ge­lingt es offenbar vermehrt, eigene Wohnungen zu finden, oder sie kehren in ihre Heimat zurück.

Dadurch wird Platz in den einst als Flüchtlingsunterkünften geplanten Gebäuden frei. Dort sollen nun einige der 1246 in städtischen Un­terkünften untergebrachten Obdachlosen einziehen. Wie etwa an der Podbielskistraße 115, in die mehrere Familien aus der maroden Unterkunft Alte Peiner Heerstraße in Lahe umgesiedelt wurden. Auch die Unterkunft Am Seelberg in Misburg werde bald umgewidmet, kündigte Sachbereichsleiter Ralf Lüdtke am Mittwoch im Bauausschuss des Rates an.

Baumängel noch nicht beseitigt

Gleichzeitig musste die Stadt einräumen, dass ein Ersatzbau für die baufälligen Container in Lahe noch immer nicht fertig sei. „Da gibt es Baumängel“, sagte Lüdtke. Die lange Verzögerung stieß bei den Ausschussmitgliedern auf Un­verständnis. „Im Januar 2018 hieß es auf Anfrage des Bezirksrates, die Anlage sei zu 99 Prozent fertig. Das müsste doch reichen, die Mängel zu beseitigen“, sagte CDU-Ratsherr Felix Semper. Er warf der Verwaltung vor, dass sie die Sorgen der Politiker nicht ernst nehme. Stadtbaurat Uwe Bodemann wies das zurück. Vielmehr seien die Gespräche mit dem Bauunternehmen schwierig gewesen. „Die Mängel zu beheben, ist kein Hexenwerk. Die Sicherheit muss aber zu 100 Prozent sichergestellt sein“, sagte Bodemann.

FDP, Linke und Grüne fordern WLAN in den Obdachlosenunterkünften. „Das war für Flüchtlinge doch auch vorgesehen. Wieso nicht auch für Obdachlose? Das sind doch keine unterschiedlichen Menschen“, sagte Frie­drich Engelke (FDP). Dies widerspreche jedoch einem Ratsbeschluss, so Bodemann. Die Unterkünfte sollen keine arbeitslosen Menschen aus Osteuropa anlocken.

Von Sascha Priesemann

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