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Meine Stadt Hannover: Archiv stellt Stadtchronik online
Hannover Meine Stadt Hannover: Archiv stellt Stadtchronik online
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17:48 26.12.2018
AUCH TEIL DER GESCHICHTE: ein Jeep der US-Armee nach Kriegsende vor dem zerstörten Hauptbahnhof.
AUCH TEIL DER GESCHICHTE: ein Jeep der US-Armee nach Kriegsende vor dem zerstörten Hauptbahnhof. Quelle: Handout
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Hannover

Hannover im Jahr 18 000 vor Christus? Davon kann zwar noch keine Rede sein. Doch während und nach der Weichseleiszeit bildet sich auf einem, das Tal des Urstroms einengenden Geestsporn das Gebiet heraus, auf dem die Stadt einmal entstehen wird. Damit beginnt der erste Teil der Stadtchronik, die von den Anfängen bis ins Jahr 1988 reicht und dort am 2. November mit dem Tod des langjährigen SPD-Ratsherren Walter Heinemann endet. Es folgen zwei weitere Teile, die über die Ereignisse der jüngeren Geschichte in Hannover in chronologischer Reihenfolge Auskunft geben. Alle drei Chronikteile sind jetzt auch online im PDF-Format abrufbar – eine Fundgrube für alle, die sich für die Stadtgeschichte interessieren. 

Der erste Teil basiert auf einem Standardwerk: der 1991 vom damaligen Archivleiter Klaus Mlynek und dem verstorbenen Leiter des Historischen Museums Waldemar Röhrbein veröffentlichten „Hannover Chronik – Von den Anfängen bis zur Gegenwart: Zahlen, Daten, Fakten“. Mitverfasser waren Dieter Brosius, Carl-Hans Hauptmeyer, Siegfried Müller und Helmut Plath. Die Chronik wurde zusätzlich ergänzt um Daten aus der 1992 bis 94 herausgegebenen „Geschichte der Stadt Hannover“.

Eine Reise durch die Vergangenheit

Ein wahrlich großer zeitlicher Bogen, der auf diesen 255 Seiten in tabellarischer Form geschlagen wird. So weisen etwa Funde von Faustkeilen und messerartigen Klingen bei Arnum, Döhren, Koldingen und Rethen auf jungsteinzeitliche Jäger um etwa 10 000 v. Chr. hin. Um das Jahr 900 nach neuer Zeitrechnung, also etwa 100 Jahre nach der Kaiserkrönung Karls des Großen, wird der Hof Engelbostel angelegt, Keimzelle des ältesten Pfarrdorfs der entstehenden Siedlungszelle. 100 Jahre Jahre beginnt die Besiedlung der späteren Altstadt Hannovers, und um 1150 wird die Stadt erstmals bei ihrem Namen genannt – in den Wunderberichten über den Hildesheimer Bischof Bernward (miraculi bernwardi). Die Stadtrechte werden erstmals in zwei Urkunden aus dem Jahre 1241 erwähnt.

Waren bis dahin die Eintragungen der Chronik aufgrund der schwachen Quellenlage eher dünn gesät, drängt sich nun allmählich Fakt an Fakt, kaum ein Jahr bleibt unberührt. 1945, das Jahr des Endes des Zweiten Weltkriegs, umfasst bereits Einträge auf zwölf Seiten. Ein wenig trocken vielleicht, weil kein erzählendes Geschichtswerk. Doch für den interessierten Hobbyforscher ein Glücksfall. Die Dateien können nach Stichworten oder Jahreszahlen durchsucht werden.

Zeitungsmeldungen als Quellengrundlage

Der zweite Teil der Chronik umfasst die Jahre 1989 bis 2003 und basiert auf Artikeln der NP, der HAZ sowie auf Veröffentlichungen der Stadtverwaltung, welche die früheren Stadtarchivleiter Klaus Mlynek und Karljosef Kreter sowie die Archivmitarbeiterin Uta Ziegan zusammengestellt haben. Ab 2016 wird die Chronik in einem dritten Teil von Uta Ziegan auf der Grundlage der Zeitungsmeldungen weitergeführt.

Faktenreich doch natürlich nicht vollständig. Das wäre auch kaum möglich. Aber Korrektur und Ergänzungsvorschläge nimmt das Stadtarchiv gerne an. Für die Zeit zwischen 2004 und 2015 gibt es keine Eintragungen, das Stadtarchiv hofft aber, diese Lücke rückwirkend noch schließen zu können. Das Projekt wird kontinuierlich fortgeführt, der jüngste Jahrgang wird Anfang 2019 hinzugefügt. Aktuell beinhaltet die gesamte Chronik 10 393 Einträge.

Von Andreas Krasselt