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Meine Stadt Hannover: Alter Tunnel für neue Linie 10?
Hannover Meine Stadt Hannover: Alter Tunnel für neue Linie 10?
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15:47 21.08.2011
Von Dirk Altwig
WAS WIRD AUS DER LINIE 10? Stadtbahn-Experte Klaus Scheelhaase schlägt zusätzliche Fahrten unterirdisch zum Hauptbahnhof vor. Quelle: Wilde
Hannover

Über die Strecke wird seit Jahren diskutiert. Üstra-Chef André Neiß war mit seinem Vorstoß gescheitert, für die Linie doch noch den so genannten „D-Tunnel“ vom Steintor zum Hauptbahnhof zu graben. Seitdem streitet die Politik darüber, ob an der 10 Hochbahnsteige gebaut werden sollen, oder die Linie als erste in Hannover Niederflurbahnen bekommen soll. Ein Gutachten über beide Varianten wird nach der Kommunalwahl erwartet.

Jetzt meldet sich einer der Väter des hannoversches U-Bahnnetzes mit einem Alternativvorschlag zu Wort. Professor Klaus Scheelhaase, langjähriger Leiter des ehemaligen U-Bahnbauamtes, will mehr Bahnen einsetzen und die Linie verändern – allerdings auf vorhandenen Gleisen.

Scheelhaaseses Denkansatz: Die 10 könnte vom Goetheplatz (Calenberger Neustadt) über die Humboldstraße in den Tunnel der Linie 9 rollen. Von dort ginge es dann weiter über Waterloo, Markthalle, Kröpcke, bis zum Endpunkt Hauptbahnhof.

In den Tunnelstationen könnten Fahrgäste besser umsteigen als bisher von den oberirdischen Stationen Steintor und Hauptbahnhof, und zumindest von den drei Hochbahnsteigen in Ahlem und Limmer könnten dann auch Rollstuhlfahrer zum Kröpcke und Hauptbahnhof gelangen, begründet der Ingenieur. Auch der bereits angedachte dichtere Takt von fünf Minuten – bisher fährt die 10 alle 7,5 Minuten – sei auf der Tunnelstrecke möglich. „Die Signale sind für einen Zwei-Minuten-Takt ausgelegt“, so Scheelhaase, „das ist eine Frage der Fahrplan-Fummelei.“

Der Planer hält noch eine Variante für möglich: Die Züge könnten immer im Wechsel die bestehende oberirdische Route und die Tunnel-Strecke wählen.

Wenn die neue Route über die Tunnelstationen gewählt werde, könnte auch darauf verzichtet werden, die Strecke auf der Kurt-Schumacher-Straße umzubauen. Die Landeshauptstadt hat Bedenken, dass es dort durch abgetrennte Schienen zu eng werden könnte. Durch das Aufsplitten der Linie würden außerdem weniger Bahnen durch die City rollen.

Mit den vorhandenen Silberpfeilen – sie haben Klappstufen – könnte die 10 noch rund 20 Jahre betrieben werden, ohne dass sie komplett mit Hochbahnsteigen versehen sein müsste, schätzt Scheelhaase.

Hintergrund seiner Vorschläge seien die leeren öffentlichen Kassen, sagt der Planer. Er halte die Einführung eines zusätzlichen Niederflursystems für genauso unwahrscheinlich wie den bereits gekippten Tunnelneubau. Bei seinem Vorschlag entstünden dagegen fast keine Kosten. „Es lässt sich ausprobieren und alles lässt sich wieder zurückdrehen.“

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