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Meine Stadt 96-Nazi wird mit Haftbefehl gesucht
Hannover Meine Stadt 96-Nazi wird mit Haftbefehl gesucht
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18:00 01.04.2019
Nordkurve: 96-Nazi Timm G. darf bis Sommer nicht in die HDI-Arena. In Österreich wird er mit Haftbefehl gesucht. Quelle: Lobback
Hannover

Österreich hat einen Haftbefehl gegen 96-Nazi Timm G. erlassen. Der 30-Jährige wird von der Alpenrepublik gesucht, weil er trotz Aufforderung seine Gefängnisstrafe bislang nicht angetreten hat. Vier Monate muss der Fußball-Chaot von seiner zweijährigen Strafe tatsächlich absitzen. Zu der war er verurteilt worden, weil er im Juli 2017 im Trainingslager von Hannover 96 in Österreich während eines Testspiels gegen das türkische Team von Kayserispor den Hitlergruß gezeigt hat und dazu „Fuck Allah“ brüllte.

Rechtskräftig verurteilter Straftäter: Timm G. Quelle: privat

„Seitens des Landesgerichts Klagenfurt wurde ein nationaler Haftbefehl erlassen“, erklärt Behördensprecher Christian Liebhauser-Karl. Das hat zur Folge, dass Timm G. verhaftet wird, falls er versucht, wieder nach Österreich einzureisen.

Eine Festnahme in Deutschland muss der 30-Jährige allerdings nicht fürchten. Denn einen europäischen Haftbefehl wird es gegen ihn nicht geben. Das deutsche Recht ließe bei der Straftat (Verstoß gegen das österreichische „Verbotsgesetz“) eine Auslieferung in die Alpenrepublik nicht zu. Im Klartext: Nach deutschem Recht ist das Zeigen des Hitlergrußes zwar in der Bundesrepublik strafbar, nicht aber im Ausland. Es handele sich somit laut Liebhauser-Karl nicht um ein „auslieferungsfähiges Delikt“.

Der 30-Jährige, der zur Bielefelder Problem-Fanszene gehört, tummelte sich auch viele Jahre in der Nordkurve der HDI-Arena – und war dort allseits gern gesehen. Darauf deutet ein Willkommens-Banner hin, mit dem „Ultras, Fans und Hooligans“ ihn im Frühjahr 2017 nach einer Haftentlassung feierten. Nach dem Nazi-Eklat in Österreich setzte ihn der Verein vor die Tür – sein bundesweites Stadionverbot gilt noch bis zum Sommer.

Verein prüft Hausverbot

Ob Timm G. danach wieder in die HDI-Arena darf, ist noch nicht entschieden. Am liebsten würde der Verein ihn nicht mehr reinlassen. Stadionchef Thorsten Meier: „Wir dürfen kein bundesweites Stadionverbot aussprechen. Wir werden prüfen, ob wir ein Hausverbot aussprechen können. Wenn das möglich ist, werden wir das tun.“

Von Britta Mahrholz

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