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Meine Stadt Hannover: 500 Besucher feiern 300 Jahre St-Clemens-Basilika
Hannover Meine Stadt Hannover: 500 Besucher feiern 300 Jahre St-Clemens-Basilika
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00:21 02.05.2018
GEBURTSTAGSTORTE: OB Stefan Schostok (links) und Probst Martin Tenge kurz vor dem Anschneiden des Konditoren-Meisterwerks in Form der Basilika.
GEBURTSTAGSTORTE: OB Stefan Schostok (links) und Probst Martin Tenge kurz vor dem Anschneiden des Konditoren-Meisterwerks in Form der Basilika. Quelle: Tim Schaarschmidt
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HANNOVER

„Unglaublich“, ist eigentlich eine Vokabel, die aus dem Mund eines katholischen Geistlichen selten zu hören sein sollte. „Das ist ja unglaublich“, aber befand Probst Martin Tenge am Sonntag den Geburtstagskuchen für die St.-Clemens-Basilika – und die staunende Besuchermenge auf dem Vorplatz des ältesten katholischen Gotteshauses Hannover gaben ihm beim Anblick des Konditoren-Meisterwerks vorbehaltlos recht.

Unter dem Motto „Oma wird 300“ feierten teilweise bis zu 500 Menschen den 300. Geburtstag der Basilika. Nur eine von mehr als 100 Veranstaltungen in diesem Jubiläumsjahr, aber sicher eine der vergnüglichsten. Die Bäckereikette „Bucks Backparadies“ hatte dazu das etwa zwölf Kilogramm schwere Prunkstück in der Form des barocken Gotteshauses geliefert. Frisch am Morgen gebacken, versteht sich. „Diese Sonntagsarbeit lassen wir zu“, freute sich Tenge.

Gemeinsam mit Firmenchef Cord Buck und OB Stefan Schostok, dem Schirmherrn des Jubiläumsjahrs, schnitt er um 12.30 Uhr die Torte vor dem Kirchenportal an. Das Vorhaben, sie dann wegen der dort kühleren Temperatur im Tagungshaus verteilen zu lassen, war indes weder möglich noch nötig. Sofort nach Freigabe stürmte die Menge die Treppe zur Kirchentür hinauf. Schließlich wollte jeder ein Stückchen haben. „Es reicht für alle“, war sich Cord Buck sicher.

St. Clemens ist für die hannoverschen Katholiken von besonderer Bedeutung. Nach der Reformation habe es 200 Jahre gedauert, bis in der Stadt wieder eine katholische Kirche erbaut werden konnte, so Probst Tenge. „Sie wurde im venezianischen Barockstil errichtet, hatte also von Anfang an die Weltkirche im Blick.“ Diese internationale Ausrichtung finde sich auch heute noch bei den Besuchern, die aus vielen Ländern kämen. Mit direktem Blickkontakt zur Neustädter Stadtkirche und der Zusammenarbeit mit der Marktkirche sei sie zudem Symbol für die Ökumene. Was auch der bekennende Lutheraner Schostok betonte: „St. Clemens ist ein Vorbild für das sehr friedliche und immer auf die Zukunft ausgerichtete Zusammenleben in Hannover.“ Dem Zusammenleben nicht nur der unterschiedlichen Konfessionen, sonder auch der verschiedensten Religionen.

Von Andreas Krasselt