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Meine Stadt Hannover: 18. Gymnasium – Entscheidung vertagt
Hannover Meine Stadt Hannover: 18. Gymnasium – Entscheidung vertagt
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09:45 25.10.2018
Unentschieden: Im Schulausschuss fand sich fürs 18. Gymnasium keine Mehrheit.
Unentschieden: Im Schulausschuss fand sich fürs 18. Gymnasium keine Mehrheit. Quelle: Petrow
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HANNOVER

Es bleibt ein sehr dickes Brett, das die hannoversche Ratspolitik beim Thema 18. Gymnasium bohrt: Trotz gut 90-minütiger Debatte hat der Schul- und Bildungsausschuss am Montagabend keinen Beschluss gefasst – da sämtliche Anträge keine politische Mehrheit fanden.

Das heißt: Die Entscheidung fällt nun in der kommenden Woche in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA). Da dort die Ampelgruppe die Mehrheit hat, ist davon auszugehen, dass das 18. Gymnasium kommt.

Das auch deshalb, weil die schulpolitischen Sprecher von SPD, Grünen und FDP deutlich machten im Ausschuss, dass sie das Gymnasium wollen – und erst bei der übernächsten Schule auf das Schulmodell einer IGS setzen. „Wir wollen ein Gymnasium für Hannover bauen, weil der Elternwille für uns zählt“, so SPD-Schulpolitikern Afra Gamoori. Und: „Das Ampelbündnis steht, wir sind uns einig.“

Das aber wohl eher zähneknirschend, zumindest bei den Grünen. „Wir sind nicht glücklich, haben uns aber geeinigt, da wir unsere Ideen mit einbringen können“, sagte Silvia Klingenburg. Dazu gehöre auch eine Elternbefragung bei der planerischen Gestaltung. Die Vorstellung der Am­pelgruppe: Es soll nach Rücksprache mit dem Land ein Schulversuch im Sinne der Inklusion geben.

Für die FDP ist der Fall klarer, der kleinste Ampelpartner setzt auf das Gymnasium. Andreas Bingemer: „Der Elternwille ist eindeutig.“ Nach Angaben der Stadt wollen 52 Prozent der Eltern von Fünfklässlern für ihre Kinder ein Gymnasium.

Gegen das 18. Gymnasium gibt es aber auch Vorbehalte, etwa von den Schulleitern, die sich in dieser Woche in einer Sitzung geschlossen gegen ein neues Gymnasium in Hannover ausgesprochen hatten. Sie wollen stattdessen eine IGS oder eine Oberschule – um die Abgänger von Gymnasien ab Klasse 7 abzufangen (NP berichtete).

Auch die CDU ist gegen ein Gymnasium, sie will stattdessen eine Realschule. „Die Fraktion“ wollte erst mal nur einen Baubeschluss ohne „Schullabel“, die Lehrervertretung eine „Schule der Kulturhauptstadt“, die Schülervertretung eine IGS und Tobias Braune (Einzelvertreter) eine KGS – alle Anträge fanden keine Mehrheit. So wie die Hauptdrucksache zum Bau eines 18. Gymnasiums mit einem Patt: drei Ja- und drei Nein-Stimmen bei zehn Enthaltungen. Abschließend hat nun der VA das Wort.

Von Andreas Voigt