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Meine Stadt Leibniz Uni lockt 14 000 Interessierte
Hannover Meine Stadt Leibniz Uni lockt 14 000 Interessierte
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09:47 12.11.2018
WOW: Johannes (9) und seine Schwester Elisabeth (11) sind begeistert vom Roboter. Elisabeth hofft auf einen eigenen, der dann immer ihr Zimmer aufräumt. Immerhin können die Roboter schon den Tisch decken, einen Schlüssel ins Schloss stecken und dem menschen Dinge reichen. Quelle: Fotos: Behrens
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„Kommt rein, Nano-Partikel sind relativ cool.“ Eine Einladung hier in der Fakultät für Mathematik und Physik am Schneiderberg (Nordstadt), die man nicht ausschlagen kann. Schon gar nicht, wenn Timko Dubielzig sie ausspricht. Der Doktorand im Institut für Quantenoptik hält sich gar nicht erst mit schwerstverständlichen Begrifflichkeiten seines Forschungsgebietes auf. „Ok, andere haben megageile Solarzellen, aber wir machen hier krasse Grundlagenforschung“, verrät er. „Und suchen nach Dingen, von denen wir keine Ahnung haben, ob sie existieren.“

Da ist man in der benachbarten „roboterfabrik“ schon weiter. In die Appelstraße 11 (Herrenhausen) zieht es vor allem Kinder mit ihren Eltern in „Die Nacht, die Wissen schafft“. Klar, so auf Du und Du mit einem echt agierenden Roboter ist man ja nicht alle Tage. Doktorand Marvin Becker (28) vom Institut für Regelungstechnik kommt einfach nicht zum Essen, weil der Ansturm zu groß ist. Seit dem Start der Wissenschaftsnacht um 18 Uhr ist hier der Teufel los. Elisabeth (11) ist vor allem davon begeistert, dass „der Roboter dann ja immer mein Zimmer aufräumen kann“. Zumindest kann das Exemplar, das Doktorand Güney Erpolat (26) vorstellt, mit Tellern, Gläsern und Besteck umgehen. „Tischlein deck dich“ begeistert die Teenies, aber die Robotor haben noch mehr auf der Pfanne. „Diese hier sind dafür gemacht, mit Menschen direkt zu arbeiten, dem Menschen zu helfen“, erklärt Marvin Becker. „In jedem Gelenk hat er Sensoren und kann damit fühlen wie Menschen, der kann sogar einen Schlüssel ins Schloss stecken“, sagt er.

Zum zehnten Mal hat die Leibniz Universität Hannover zur „Nacht, die Wissen schafft“ gerufen. Hier die schönsten Bilder.

Richtig lebendig geht es auch bei den Biologen in der Herrenhäuser Straße zu. Nina Würz, die im dritten Semester Bio und Chemie studiert, hat ihre Mutter Birgit Thurau aus Cuxhaven eingeladen, hitzegeschädigten Pflanzen ins Gewebe schauen, den Stärketest von Äpfeln auszuprobieren, die „Work-Life-Balance“ der verschiedenen Pflanzen zu erkunden. „Dass so viele Leute ein so großes Interesse haben, obwohl wir hier so abgelegen sind, ist großartig“, meint Eva Maria Plönnigs, biologisch-technische Assistentin.

Diskussionen vor dem Hauptgebäude

Das milde Novemberwetter lockt insgesamt 14 000 Interessierte in die Institute und Einrichtungen der Uni. Mehr als 220 Aktionen gibt es, eine Veranstaltungs-App navigiert die Besucher durch die verschiedenen Standorte, ein kostenloser Shuttle fährt die Leute vom Königworther Platz über Schneiderberg bis Herrenhausen, ein weiterer fährt den Standort Garbsen an. Vor dem Hauptgebäude am Welfengarten stehen Besucher und diskutieren, wo man als nächstes hin will. Im Gebäude wechseln sich streng wissenschaftliche und weiche Elemente ab. Es gibt ein Rechtschreibtraining mit Stift und Tablet, das vor allem Jungen und Mädchen anzieht. Gleich daneben dürfen sie einen Geigerzähler des Instituts für Radioökologie und Strahlenschutz ausprobieren. Exotisch wird es, als Bauchtänzerinnen auf der Bühne auftreten und wer sich fragt, was dies mit dem Uni-Betrieb zu tun hat: Das Zentrum für Hochschulsport hat neben Hip-Hop und Akrobatik-Acts eben auch Bauchtanz im Programm.

Um das Bauch- und Geschmacksgefühl geht es irgendwie auch beim Institut für Lebensmittelchemie. Student Marius Wess (24) hat sich an den eingeweichten Gummibären vorbei zum Hörsaal begebe, „um hier den Schnüffler zu machen“, sagt er lachend. Und erfährt von Doktorantin Miriam Große (29): „Wir haben eine Möglichkeit gefunden, ein Raucharoma etwa in Barbecue-Sauce ohne krebserregende Stoffe herzustellen.“ Wissen, das womöglich Leben retten kann.

Von Petra Rückerl

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