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Meine Stadt Haft für Navi-Dieb
Hannover Meine Stadt Haft für Navi-Dieb
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17:30 23.07.2018
Quelle: dpa
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hannover

Am Ende der Verhandlung kam dann doch das Geständnis: Yordan A. (51) wurde am Montag wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Mann mit den dunkelgrauen Haaren und dem gepflegten Vollbart hatte im August und im Dezember 2014 Navigationsgeräte aus Neuwagen gestohlen. Er war auf dem Güterbahnhof in Seelze in die unverschlossenen Neuwagen eingestiegen, die auf Zugwaggons standen. Ein lukratives Geschäft: An drei Abenden machte er eine Beute von etwa 100 000 Euro. Schöffenrichter Simon Schnelle sprach vom „Diebstahl in großem Stil“. Er wertete am Montag zu Gunsten des Angeklagten, dass das Verfahren vier Jahre gedauert habe. Den Grund für die lange Verfahrensdauer konnte Gerichtssprecherin Catharina Erps nicht nennen.

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Derzeit sitzt Yordan A. in Untersuchungshaft. In München erwartet ihn ein Prozess wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls. Nach NP-Informationen droht ihm dort eine langjährige Haftstrafe erwarten.

Überhaupt ist Yordan A. für die bundesdeutsche Justiz kein Unbekannter. Das hat auch zu seiner Verurteilung am Montag geführt. Die Bundespolizei wurde dank einer DNA-Spur auf den Angeklagten aufmerksam. Der genetische Fingerabdruck fand sich auf einer Befestigungsschraube eines Navigationsgerätes – also an einem Tatort. Daraufhin wurde A. aufwendig überwacht.

Ein GPS-Sender am Auto des Angeklagten zeigte, wann sich der Wagen in Bewegung setzte. So auch am 3. Dezember 2014. Da fuhr Yordan A. mit seinem Mercedes in Seelze vor. Am Montag identifizierte ihn ein Beamter des Observationsteams als den Mann, der am Tatort war.

Bei anschließenden Durchsuchungen konnten zahlreiche Navigationsgeräte bei dem Angeklagten beschlagnahmt werden.

Da es sich um „rollende Tatorte“ handelt, waren die Ermittlungen sehr umfangreich. Denn die Diebstähle fallen erst beim Händler auf, wenn die Neuwagen ausgeliefert werden.

Von Thomas Nagel