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Meine Stadt Härke-Nachfolgerin: Konstanze Beckedorf übernimmt die Kultur
Hannover Meine Stadt Härke-Nachfolgerin: Konstanze Beckedorf übernimmt die Kultur
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19:41 18.01.2018
Konstanze Beckedorf übernimmt kommissarisch das Kulturdezernat. Quelle: Villegas
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Hannover

Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf übernimmt kommissarisch das Kulturdezernat von Harald Härke, der bei Oberbürgermeister Stefan Schostok einen Antrag auf vorzeitigen Ruhestand eingereicht hat. Der informierte am Donnerstag im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss die Politik über die Personalie.

Das zuvor ebenfalls von Härke geführte Personaldezernat bleibt bei Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski. „Mit der Verteilung auf zwei Schultern schaffen wir eine gute Basis für die Arbeit der Verwaltung bis zur Neubesetzung des bisherigen Dezernates“, verkündete Schostok nach der Sitzung.

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Darüber will er „zeitnah ausführliche Gespräche“ mit Politik und Verwaltung führen, auch über einen „eventuellen Neuzuschnitt der Aufgaben“. Der Oberbürgermeister hält jedoch ein eigenes Kulturdezernat für „wünschenswert“. Dessen kommissarische Leitung soll Beckedorf bereits vor Härkes endgültigem Ausscheiden Ende März übernehmen – zunächst als Urlaubsvertretung.

Härkes Antrag auf vorzeitigen Ruhestand liegt noch nicht schriftlich vor

Wie Schostok auf kritische Nachfragen im Verwaltungsausschuss mitteilen musste, liegt Härkes Antrag auf vorzeitigen Ruhestand allerdings noch gar nicht in schriftlicher Form vor. Diese werde „nachgereicht“, erklärte Stadtsprecherin Konstanze Kalmus.

Kritisch sehen Vertreter der Parteien, dass sich die Stadt mit Härkes vorzeitigem Ruhestand auf eine Regelung verlässt, die das Land noch beschließen muss. Immerhin konnte Schostok auf ein Schreiben des Innenministeriums verweisen, aus dem hervorgehen soll, dass dies möglich sei.

Allerdings bleiben Fragen. Mit großer Mehrheit forderte die Politik noch einmal Einsicht in Akten zu Härkes Disziplinarverfahren, die bisher noch nicht zugänglich waren. Die Vertreter der Parteien wollen wissen, was konkret Anlass für die Einleitung des Verfahrens durch den Oberbürgermeister war.

SPD-Fraktionschefin Christine Kastning hat rechtlich allerdings „keine Bedenken“. Sie fühlte sich nach dem Verwaltungsausschuss „gut informiert“. Auch, dass Beckedorf zunächst das Kulturdezernat übernimmt, hält sie für „sehr sinnvoll“. Skeptischer ist die CDU. „Frau Beckedorf hat bisher keine kulturpolitische Erfahrung“, sagte deren Fraktionschef Jens Seidel.

Christian Bohnenkamp

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