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Meine Stadt H&M und Wormland setzen weiter auf Hannover
Hannover Meine Stadt H&M und Wormland setzen weiter auf Hannover
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16:55 07.05.2019
Wird umgebaut: Die H&M-Filiale am Kröpcke – auch ein Bekenntnis zum Standort Hannover. Quelle: Behrens
Hannover

Wie ist es um den Einzelhandel in Hannover bestellt? Das Ergebnis der großen Studie „Vitale Städte“ attestierte der Innenstadt Anfang des Jahres zwar ein überdurchschnittlich gutes Warenangebot. Leerstände in teils prominenten Lagen geben andererseits kein schönes Bild ab. Doch ausgerechnet aus der schwächelnden Textilbranche kommen jetzt positive Signale. H&M baut seinen Standort am Kröpcke zu einer neuen Musterfiliale um. Und das Männermodegeschäft Wormland ist ab Mai wieder in hannoverscher Hand.

Die H&M-Filiale prägt bereits seit 30 Jahren den Einzelhandel rund um den Kröpcke. „Nach einer so langen Zeit sind tiefgreifende Renovierungen vonnöten, wie zum Beispiel das Auswechseln von Leitungen. In diesem Zusammenhang haben wir entschieden, das neue Raumkonzept und Design, welches ebenso umfassende Umbauten erfordert, umzusetzen“, erklärte H&M-Sprecherin Jennifer Kaz. Der schwedische Moderiese kündigt ein angenehmeres Ambiente und eine neue Aufteilung an, mit viel Holz, warmen Farben und stimmiger Beleuchtung. „Wir möchten unsere Kunden jedoch überraschen und können aus diesem Grund zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht zu viel verraten“, so die Unternehmenssprecherin weiter.

H&M bekennt sich zum Standort Hannover

Martin Prenzler, Chef der Citygemeinschaft, freut sich drauf. „Ich bin selbst gespannt, was H&M da vorhat und sehe das vor allem als Bekenntnis zum Standort Hannover“, sagt er. Dass die Schweden viel Geld in die Hand nehmen, um die Filiale fit für die Zukunft zu machen, bewertet er als „ganz starkes und wichtiges Signal“. Direkt am Kröpcke gelegen könnte sich H&M im neuen Gewand zu einem neuen Anker mit Strahlkraft auf den umliegenden Handel entwickeln.

Zurückgekauft: Die neun Filialen von Wormland. Das Management in Hannover hat sie übernommen. Quelle: Behrens

Ein klares Bekenntnis zum Standort Hannover hat auch Wormland abgegeben. Vier Jahre nach der Veräußerung des Textilhauses an das Münchner Modeunternehmen Ludwig Beck hat das hannoversche Management um Peter Wolff, Bernd Sölter und Tim Kaelberer die Marke nun zurückgekauft. Zu den neun Wormland-Filialen und sechs Theo-Stores gab es von Ludwig Beck sogar noch 7,5 Millionen Euro Startkapital obendrauf. Ein solcher negativer Kaufpreis ist in der Branche nicht unüblich und zeugt von dem Wunsch der Münchner eine Liaison zu beenden, die dauerhaft ein Minus eingefahren haben soll.

Unbeschwerter Neustart für Wormland

Wormland ermöglicht der Deal jedenfalls einen unbeschwerten Start. „Für uns ist das nicht nur ein Bekenntnis zur Region, sondern auch zum stationären Handel“, sagt Tim Kaelberer, der die Bereichsleitung Marketing verantwortet. Die Konkurrenz im Internet scheue man nicht. Mit dem Start eines eigenen Online-Shops will man sich die digitalen Vorteile selbst zunutze machen und Wormland langfristig über diesen Vertriebskanal stärken.

Leerstand Quelle: Behrens

Dass es nicht nur aufwärts geht mit der Einkaufsstadt Hannover, wird beim Blick auf die Leerstände mitten in der City deutlich. Die Schließungen der großen Häuser von Esprit und Benetton sind zwar nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die Textilbranche im stationären Handel überall Probleme hat. Gut für die Außenwirkung sind die XXL-Leerstände trotzdem nicht. Noch ist nichts bekannt, wann in den leerstehenden Esprit-Räumen wieder Leben einkehrt. Bei Benetton läuft weiterhin der Ausverkauf, ob sich ein Nachfolger für das gesamte Objekt findet, ist fraglich. Eine Aufteilung auf mehrere Mieter gilt als wahrscheinlicher. „Ich glaube jedenfalls nicht, dass dort noch mal jemand auf fünf Etagen Textilien verkaufen wird“, so City-Gemeinschaft-Chef Prenzler.

Leerstände in der Kurt-Schumacher-Straße

Fragezeichen tun sich auch beim Gang durch die Kurt-Schumacher-Straße auf. Gegenüber der Mendini-Haltestelle reihen sich gleich drei Leerstände aneinander. Am oberen Ende der Goethestraße sind ebenfalls mehrere Geschäfte verrammelt. Nach einem Eigentümer-Wechsel wurde Pächtern dort gekündigt. Branchenkenner rechnen damit, dass zumindest diese Flächen bald wieder belegt sind. Und auch in der Osterstraße gibt es Bewegung. Im ehemaligen Waffengeschäft Kämmerer wird unter dem Namen Tredy seit kurzem Damenmode verkauft. Dafür steht jetzt die Ladenzeile nebenan leer, weil das Kleidergeschäft Missy in den ersten Stock gezogen ist.

Von Andre Pichiri