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Meine Stadt Günstig shoppen gehen – und damit 103 Jobs sichern
Hannover Meine Stadt Günstig shoppen gehen – und damit 103 Jobs sichern
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16:34 25.06.2018
JOB GEFUNDEN:Sascha Findeklee gehört zu den 103 Festangestellten beim Sozialkaufhaus Fairkauf. Das ist mittlerweile an sechs Standorten in der Region präsent. Quelle: Foto: Wallmüller
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Hannover

Einen Bestseller für zwei Euro, die Bluse für drei Euro oder einen Ledersessel für 30 Euro? Im Sozialkaufhaus Fairkauf an der Limburgstraße ziehen solche Schnäppchen täglich gut 1000 Kunden an. Sie kaufen günstig ein – und sichern 103 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Das Kaufhaus, das inzwischen an sechs Standorten in der Region vertreten ist, arbeitet als gemeinnützige Genossenschaft mit 263 Mitgliedern. Trotz deutschlandweit stagnierender Umsätze im Einzelhandel hat Fairkauf mit dem Verkauf gespendeter Secondhandware ein Plus gemacht.

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Als noch größeren Erfolg sieht Vorstandsfrau Nicola Barke die Qualifizierung von ehemals Langzeitarbeitslosen an. „30 junge Menschen sind bei uns ausgebildet worden, 24 Mitarbeiter haben den Ausbildereignungsschein erworben mehr als 1000 Teilnehmer haben in Arbeitsgelegenheiten Praktika bei uns die Möglichkeit bekommen haben, den ersten Schritt zurück ins Arbeitsleben zu machen“, so Barke.

Vorstandskollege Klaus Hibbe bezifferte die Personalausgaben 2017 mit rund 2,8 Millionen Euro. Das entspreche einem Anteil von 70 Prozent des Budgets. „Unsere Einnahmen kommen also unmittelbar der beruflichen Qualifizierung, Umschulung und der sozialen Betreuung von zuvor arbeitslosen Menschen an.“ Die restlichen Ausgaben in Höhe von 1,2 Millionen Euro seien für Sachkosten aufgewendet worden.

Hibbe bedankte sich bei allen Spendern. Durch die Trennung von Kleidung, Möbeln, Büchern, Porzellan oder Spielzeug schenkten sie den waren ein zweites Leben. „Der Verkaufserlös dient einem klaren Ziel: der Qualifizierung von Menschen, die einen Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit suchen.“ Im praktischen Betrieb lernen die Fairkauf-Mitarbeiter den Umgang mit Kunden, werden in Warenkunde oder Lagerlogistik geschult. Gleichzeitig stehen ihnen Sozialarbeiter zur Seite.

Stöbern und einkaufen darf bei Fairkauf ausdrücklich jeder. Menschen mit geringem Einkommen erhalten als Inhaber des HannoverAktivPasses oder der Region-S-Karte 20 Prozent Preisnachlass.

Von Vera König