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Meine Stadt Schummelei am Fahrtenschreiber: Polizei nimmt Brummis ins Visier
Hannover Meine Stadt Schummelei am Fahrtenschreiber: Polizei nimmt Brummis ins Visier
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14:30 12.09.2019
Polizei und Zoll kontrollieren auf der A2 Lkw und Transporter Quelle: Foto: Heidrich
Hannover

Seit 6 Uhr morgens kontrollieren Polizei, Zoll und das Bundesamt für Güterverkehr in einer groß angelegten Aktion den Güterverkehr. Allein in Niedersachsen sind 480 Polizisten an 70 Kontrollorten im Einsatz. Die länderübergreifende Aktion unter dem Motto „Brummis in Blick“ fand auch auf der A2 in der Region Hannover statt.

An der Raststätte Bückethaler Knick ziehen die Beamten seit dem Morgen auffällige Lkw oder Sprinter aus dem Verkehr. Ein Fokus liegt dabei auf der Manipulation von Fahrtenschreibern. Offenbar fälschen immer mehr Fahrer die Angabe ihrer Fahr- und Pausenzeiten mit einer bestimmten Software, die per USB-Stick im Gerät Daten überschreibt. „Auf den ersten Blick ist auf diesen Sticks nur Musik. Das entsprechende Programm ist aber gut versteckt“, erklärt ein Kontrolleur vor Ort.

Polizei und Zoll kontrollieren den Fahrtenschreiber. Quelle: Foto: Heidrich

Mit eigenen USB-Sticks können Zoll und Polizei den Fahrtenschreiber auf Schummel-Software durchleuchten. Mit vor Ort sind übrigens auch zwei Polizisten aus dem polnischen Posen, die sich über die Kontrollmaßnahmen der Kollegen informieren.

70 Prozent aller Güter über Lkw transportiert

„Ob auf Autobahnen, Überlandstrecken oder in den Innenstädten – der Güterverkehr ist überall präsent und gleichzeitig enorm wichtig für unsere Wirtschaft“, erklärte Innenminister Boris Pistorius die Aktion. Hintergrund ist, dass im Zuge fortschreitender nationaler und internationaler wirtschaftlicher Verflechtung der gewerbliche Personen- und Güterverkehr – gerade im Transit-Land Deutschland – stetig zunimmt. Rund 70 Prozent aller Güter werden per Lkw transportiert, Tendenz steigend.

„Mit dem Führen eines schweren Lkw ist aber immer auch eine große Verantwortung für andere Verkehrsteilnehmende verbunden“, so Pistorius weiter. „Die Fahrzeuge müssen immer in einwandfreiem Zustand sein, dürfen nicht zu viel Ladung haben, und diese Ladung muss richtig gesichert sein. Die Fahrenden müssen fit und stets aufmerksam sein.“

Lkw-Fahrer besonders gefährdet, einzuschlafen

Lkw-Fahrer seien besonders gefährdet am Steuer einzuschlafen, ergänzt Svenja Mischel, Sprecherin des Innenministeriums: Unregelmäßige Arbeitszeiten, lange Fahrten ohne Begleitung und monotone Strecken auf der Autobahn begünstigen Müdigkeit und Sekundenschlaf. „Die Vermutung liegt somit nahe, dass bei vielen Unfällen insbesondere mit Beteiligung von Güterkraftfahrzeugen Übermüdung und mangelnde Aufmerksamkeit eine Rolle spielte, denn vielfach werden die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten.“

Bei Kontrollen zur Einhaltung von Sozialvorschriften im Straßenverkehr werden pro Jahr in Deutschland durchschnittlich über 300.000 Zuwiderhandlungen wegen Verstößen gegen die Lenk- oder Ruhezeiten beziehungsweise wegen fehlerhaften oder manipulierten Kontrollgeräten durch die Polizeien der Länder und das Bundesamt für Güterverkehr zur Anzeige gebracht.

Überdurchschnittlich schwere Folgen

Lkw-Unfälle haben überdurchschnittlich schwere Folgen. Allein im Jahr 2018 gab es in Deutschland 28.631 solcher Unfälle, bei denen rund 39.500 Personen verletzt wurden, davon 7.293 schwer. 762 Menschen wurden bei diesen Unfällen getötet. „Dabei sind es seltener die Fahrer selbst, die großen Schaden nehmen“, erklärt die Ministeriumssprecherin. „Das Risiko, bei einem Lkw-Unfall getötet zu werden, ist für andere Verkehrsteilnehmer fast viermal so hoch wie für die Insassen eines Güterkraftfahrzeuges.“ Häufigste Ursachen für Unfälle, die die Fahrer von Güterkraftfahrzeugen außerhalb der Bundesautobahnen verursachen, sind Abstandsfehler, Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Ausfahren sowie Vorfahrts- und Vorrangfehler.

Im Bereich der Polizeidirektion Hannover stieg die Zahl der Verkehrstoten unter Beteiligung von Lkw seit 2008 von 9 auf 18 in 2018. Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg im gleichen Zeitraum und Bereich von 69 auf 85 Personen. Lediglich die Zahl der Leichtverletzten sank von 452 auf 384 Menschen.

Von Simon Polreich

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