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Meine Stadt Großer Andrang bei der Freiwilligenbörse im Pavillon
Hannover Meine Stadt Großer Andrang bei der Freiwilligenbörse im Pavillon
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18:53 03.03.2019
Hannover 02.03.2019 Freiwilligenbörse im Pavillon, www. freiwillig-in-hannover.de Foto:Villegas
Hannover 02.03.2019 Freiwilligenbörse im Pavillon, www. freiwillig-in-hannover.de Foto:Villegas Quelle: Villegas
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Hannover

Mit einer Lichterkette um den Hals und einem bunten Hut auf dem Kopf ging Thomas Andank am Sonnabend durch die prall gefüllten Gänge des Kulturzentrums „Pavillon“. Der städtische Koordinator für Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe war wie 60 weitere Aussteller bei der Freiwilligenbörse auf der Suche nach Ehrenamtlichen.

„Ich bin ansprechbar für die Menschen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen“, sagt er. Und das seien nach wie vor nicht wenige, denn ständig lägen bei ihm neue Anfragen auf dem Schreibtisch. „Da ist eine Kontinuität drin, vor allem junge Menschen interessieren sich dafür“, berichtet er.

Ninia la Grande spricht bei der Eröffnung der Freiwilligenbörse. Quelle: Villegas

Davon gibt es beim Küchenmuseum in der Oststadt noch zu wenige. „Uns fehlt der Nachwuchs, denn wir wollen uns vergrößern“, räumt Michael Lindemann ein. Er selbst ist einer von 45 Ehrenamtlichen beim Museum und bietet zwei Kochkurse für Pasta und Sushi an. Wenn es mal eng ist, macht er auch die Führungen. Und das kommt schonmal häufiger vor, weswegen Lindemann und seine Kollegen Unterstützung suchen.

Die Aufgaben seien vielfältig. So sucht das Museum jemanden, der Exponate erfasst oder in der hauseigenen Bibliothek hilft. „Mir macht das Ehrenamt sehr viel Spaß. Die Küche ist schließlich Dreh- und Angelpunkt in unserem Leben“, sagt er.

Auch viele junge Menschen informierten sich auf der Freiwilligenbörse. Quelle: Villegas

Janne Stakemann ist eine dieser jungen Freiwilligen. Die 24-Jährige ist Studentin und junge Mutter. Viel Zeit zum Ehrenamt bleibt ihr nicht, dennoch will sie sich engagieren. „Ich würde gerne einmal im Monat in der Suppenküche helfen. Auch die Arbeit mit Flüchtlinge interessiert mich“, sagt sie.

Anne Kirbis ist indes ohne konkreten Plan zur Freiwilligenbörse gegangen. „Ich bin zum ersten Mal hier und will mir das mal anschauen. Vielleicht ist was für mich dabei“, sagt sie.

Besonders soziales und ökologisches Ehrenamt ist gefragt. Quelle: Villegas

Viele Verbände beklagen, dass die Zahl der Ehrenamtlichen abnimmt. Die Feuerwehr der Stadt Hannover arbeitet gegen den Trend. „Bei uns geht es aufwärts. Wir haben derzeit 800 Freiwillige und sind damit ein grüner Fleck in der Niedersachsen-Karte“, erzählt Timmy Fiss, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr in Kirchrode.

Aber auch die Brandbekämpfer müssten sich zunehmend darauf einstellen, dass sich die Ehrenamtlichen verändern. „Die Freiwilligen kommen und gehen schneller“, erzählt Fiss. Lebenslanges Engagement bei ein und demselben Verein sei heute undenkbar. Deswegen sei die Feuerwehr präsenter bei solchen Veranstaltungen als noch vor einigen Jahren. „Der Schulterschluss mit der Berufsfeuerwehr ist wichtig. Wir geben den Freiwilligen das Gefühl, dass sie genau so viel wert sind.“

Von Sascha Priesemann