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Meine Stadt Goldener Handschlag für gekündigte Manager?
Hannover Meine Stadt Goldener Handschlag für gekündigte Manager?
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18:47 26.11.2018
VERHANDELN: Wilhelm Lindenberg (links) und Andre Neiß verzichten zunächst auf eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Region. Foto: Quelle: Heusel
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HANNOVER

Ende vergangenen Jahres hat die Region die beiden Üstra-Vorstände entlassen. Andre Neiß wurde fristlos gekündigt. Wilhelm Lindenberg zunächst unter Fortzahlung seiner Bezüge freigestellt, später auch gekündigt. Nun ist auch der Gerichtstermin zwischen Wilhelm Lindenberg und der Region geplatzt. Eigentlich wollte Lindenberg vor dem Landgericht sein ausstehendes Jahresgehalt am Mittwoch einklagen. Doch der Termin wird nicht stattfinden, weil es „außergerichtliche Verhandlungen“ gebe, wie Gerichtssprecher Hans-Christian Rümke am Montag mitteilte.

Lindenberg geht damit denselben Weg wie sein Manager-Kollege Andre Neiß. Er hätte vor einer Woche seinen Gerichtstermin gehabt. Auch hier hieß es: „außergerichtliche Verhandlungen“. Für Neiß geht es um sehr viel mehr. Die Kündigungen hat ihm Gehälter in siebenstelliger Höhe gekostet, weil er noch einen jahrelangen Vertrag hatte. Lindenberg wäre Ende 2018 in den Ruhestand gegangen.

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Tesla statt Audi

Die Region hatte Neiß und dem zweiten Chef, Wilhelm Lindenberg, wegen mehrerer Verfehlungen gekündigt. So hatten die Manager voreilig neue Busse bestellt, ohne den Förderbescheid von der Landesnahverkehrsgesellschaft abzuwarten. Schaden: etwa 1,8 Millionen Euro. Dann war da noch die „Rock-Kampagne“: Üstra-Beschäftigte warben im Rock für weibliche Kolleginnen. Eine Agentur, bei der eine Üstra-Angestellte als stille Teilhaberin beteiligt war, organisierte die Kampagne. Und beide Chefs fuhren zu teure Dienstautos (Tesla statt Audi).

Ende 2017 war man sich auf Seiten der Region sicher, dass die fristlose Kündigung gegen Neiß gerechtfertigt seien. Später wurde auch Lindenberg gekündigt. Er sollte zunächst unter Fortzahlung seiner Bezüge freigestellt werden. Die Aufnahme von außergerichtlichen Verhandlungen spricht nun eher dagegen. Es sieht so aus, als gingen die Manager mit einem goldenen Handschlag.

Von Thomas Nagel