Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Doch noch Hoffnung für das Godehardistift?
Hannover Meine Stadt Doch noch Hoffnung für das Godehardistift?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:32 31.01.2019
Soll schließen: Das Godehardistift an der Posthornstraße, in dem rund 90 Senioren leben. Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Gibt es doch noch eine Zukunft für das Seniorenzentrum Godehardistift in Linden? Am Mittwoch protestierten Mitarbeiter im Bezirksrat gegen die zum Jahresende vom Betreiber Johannesstift angekündigte Schließung. Bei dieser Gelegenheit kündigte Wolfram Rohleder, Geschäftsführer der Einrichtung, an, dass ein Erhalt des Godehardistifts möglich sei. Der „einzige Weg“ sei aber, „dass wir ein neues Grundstück finden, damit wir dorthin mit Mann und Maus umziehen können“.

In diesem Fall würde der marode Altbau noch solange betrieben, bis ein Neubau an anderer Stelle fertig sei. Ein Umbau oder Neubau am derzeitigen Standort bei laufendem Betrieb sei nicht möglich. Das sei „den Bewohnern nicht zumutbar“ und würde wohl rund fünf Jahre dauern. Rohleder versprach: „Wenn wir bald ein Grundstück finden, wird der Schließungsbeschluss aufgehoben“.

Kein Neubau möglich auf dem Gelände?

Der derzeitige Standort sei auch deshalb nicht geeignet für einen Neubau, weil der Bebauungsplan gar nicht ein Gebäude in dieser Größe zulasse. Dem widersprach die Stadt im Bezirksrat jedoch entschieden. Ein Gebäude in den heutigen Ausmaßen ließe sich sehr wohl realisieren, teilte sie mit. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube forderte Geschäftsführer Rohleder auf, „sich einen anderen Architekten zu suchen“.

Und Daniel Gardemin von den Grünen vermutet eine gezielte „Gentrifizierungsstrategie“ des Johannesstifts hinter dem Schließungsbeschluss. Seine Befürchtung: In einem Neubau sollen besser zahlende Senioren untergebracht werden. Außerdem warf er dem Betreiber vor, „die Stadt unter Druck zu setzen“.

Bei Sturm müssen Mitarbeiter Fenster festhalten

Das räumte Geschäftsführer Rohleder auch ein. Wenn man sage „wir schließen“ habe das eine andere Wirkung, als zu sagen „wir suchen“, erklärte er. Mit der Stadt habe man schon mehrfach über Ersatzgrundstücke diskutiert – allerdings ohne Ergebnis. Das Haus einfach weiter zu betreiben, sei jedenfalls nicht möglich. Dieses sei so marode, „dass die Mitarbeiter bei Sturm schon die Fenster festhalten müssen“.

Mit Plakaten: Mitarbeiter protestieren gegen die Schließung des Godehardistifts in Linden. Quelle: Moers

Bedroht von der Schließung wäre auch die Kita „Junges Gemüse“, die auf dem Gelände ebenfalls untergebracht ist. Auch deren Mitarbeiterinnen waren gekommen, um dagegen zu protestieren. Sie bangen um ihre Arbeitsplätze so wie die Eltern um die Betreuung ihrer Kinder. Leiterin Stephanie Weinke berichtete, dass mit einer Schließung auch ein besonderes Konzept aufgegeben würde. Denn Teil der Philosophie der Kita sei die regelmäßige Begegnung mit den Senioren im Godehardistift, von der alle profitierten.

Der Bezirksrat forderte die Stadt sowie Oberbürgermeister Stefan Schostok per einstimmigem Beschluss auf, zusammen mit den Verantwortlichen für das Seniorenzentrum eine Lösung zu finden, um dessen Schließung zu verhindern.

Von Christian Bohnenkamp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Polizei Langenhagen hat mit Bildern aus einer Überwachungskamera nach einem Betrüger gesucht. Dank Zeugenhinweisen ist ein 26-Jähriger als mutmaßlicher Täter ermittelt worden.

31.01.2019

Noch gibt es sechs Postbankfilialen in Hannover – doch bald werden es nur noch fünf sein: Das Unternehmen hat angekündigt, seine Filiale im Stadtteil List zu schließen. Was das bedeutet, lesen Sie hier.

31.01.2019

Ein 12-Jähriger wird in Hannover von einem Fremden im Bus attackiert – und in den sozialen Medien wird das auch noch begrüßt. Kinderarzt Thomas Buck warnt.

31.01.2019