Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Glück im Weltuntergang
Hannover Meine Stadt Glück im Weltuntergang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:52 16.05.2019
Singen von Monstern und Mäusen: Element von Crime spielen in der Swiss-Life-Hall auf. Quelle: Foto: Wallmüller
Hannover

Das Glück ist flüchtig, selbst wenn es eigentlich da ist. „Gib mir ein Zeichen ein Liebling, wenn die Zeit wieder reif ist für uns“, singt Sven Regener in der Swiss-Life-Hall. „Stein, Schere, Papier“ heißt das Lied, wie das Spiel, bei dem jeder reihum verliert. Es gewinnt auch jeder mal, aber man sollte sich sein Unglück auch nicht mit schönreden. Immerhin ist man hier bei Element of Crime.

Hier fühlt man sich wohl, wenn „Schafe, Monster und Mäuse“ die Gesellschaft sind, so der Titel des aktuellen Albums, dem 14. der Band, und auch der Tour. Fröhlichkeit, zumindest die öffentlich zur Schau gestellte, ist der Band suspekt. „Geschichten haben immer auch mit Schwierigkeiten zu tun, sonst wären sie ja keine“, hat Regener unlängst im NP-Interview gesagt. 58 Jahre ist er alt. Man sagt, es seien die besten. Da hat man oft geliebt und das nicht immer glücklich.

Liebe ist kälter als der Tod

Beinahe das ganze Album kommt zu Gehör, zum Start gleich die ersten drei Lieder hintereinanderweg. Das ist beinahe konzertant. Element of Crime müssen nichts mehr beweisen. Es genügt, dass sie ihre Lieder spielen, die in ihrer Unmittelbarkeit so wahrhaft sind wie die keiner anderen Band. Gut, Isolation Berlin, die grandiose Vorband des Abends, ist ihnen auf den Fersen, jünger, wilder, zorniger.

„Liebe ist kälter als der Tod“, knarzt Regener, „Immer da wo du bis bin ich nie“ oder „Wenn es dunkel und kalt wird in Berlin“. Melancholie in Moritaten. Magisch. Es steckt ein galliger Humor in diesen so kunstvoll rumpelnden Weisen und viel Poesie, insbesondere, wenn sich Regeners Trompetenspiel über die Melodien erhebt wie eine Ahnung von Schönheit. So schlecht fühlt es sich gar nicht an, „Am ersten Tag nach dem Weltuntergang“.

Pop trifft Chanson

Pop trifft Chanson, Folk auf waidwunde Walzer. „Immer noch Liebe in mir“ schafft es, zugleich nach Mariachi, Seemannslied und Bierzeltschunkler zu klingen. Beinahe die Hälfte des Sets ist mit neuen Liedern bestückt. Natürlich gibt es auch Klassiker, „Weißes Papier“ und „Delmenhorst“ zum Beispiel. „Erst wenn alles scheißegal ist, macht das Leben wieder Spaß“, heißt es darin.

„Wer ich wirklich bin“ ist gut 20 Jahre alt. „Lange nicht gespielt, durch die Coverversion von Gysbert zu Knyphausen wiederentdeckt. „Mal schauen, ob das gut geht“, scherzt Regener, dieser romantische Misanthrop. Und weil ihm das nicht geheuer ist, ruft er „Romantik!“

Ja, Friede, Freude, Eierkuchen ist lange her, ist vielleicht auch nie da gewesen, war schon 1988 auf „Freedom, Love & Happiness“ nur ein Witz, dem Album, mit dem sie sich vom englischen Indierock verabschiedeten und zu den deutschsprachigen Bänkelsängern alternder Männlichkeit wurden.

Das Glück mag flüchtig sein. Aber manchmal besteht es aus genau solchen Abenden.

Von Stefan Gohlisch

Meine Stadt Mark Knopfler in der Tui-Arena - Ein bodenständiger Superstar

Die Tui-Arena ist ausverkauft: Und Mark Knopfler begeistert die 10.000 meist älteren Zuschauer mit seinen Klassikern, aber auch mit neuen Hits.

16.05.2019

Damit kein Einsturz droht wie auf der gegenüberliegenden Seite, saniert die Stadt einen weiteren Abschnitt des historischen Mauwerks am Hohen Ufer. Auch Schmierfinke sollen es künftig schwerer haben.

16.05.2019

„Der Sport“ von Eduard Bargheer (†77) ist eins der größten Mosaike in Europa. Es hängt am Südeingang der HDI-Arena, Restauratoren sanieren es seit dieser Woche. Und das bedeutet viel Arbeit.

17.05.2019