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Meine Stadt Gilde streicht Stellen - Stadt verärgert
Hannover Meine Stadt Gilde streicht Stellen - Stadt verärgert
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00:16 27.07.2013
Von Vera König
Hannover

„Es war abzusehen“, sagt Thomas Bernhard, Sekretär bei der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, „den meisten Brauereien in Deutschland geht es schlecht. Die Herrenhäuser aber läuft super.“

Einst war auch die Gilde ein Vorzeigeunternehmen. Inzwischen scheint ihre Zukunft hauptsächlich garantiert durch den Standortversicherungsvertrag, den die Stadt mit dem neuen Eigentümer (heute der belgisch-brasilianische Konzern Anheuser-Busch InBev) vereinbarte. Er sichert sowohl die Zukunft der Brauerei als auch ihrer Hauptmarke Gilde Pilsener bis zum Jahr 2020, außerdem Mittel fürs Stadtmarketing.

„Der Vertrag wird erfüllt“, versichert Hannovers derzeitiger Verwaltungschef Hans Mönninghoff auf NP-Anfrage. Wie abgemacht, würden auf jeden Fall mindestens 54 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Wie viele Mitarbeiter die Gilde heute beschäftigt, war gestern Abend nicht exakt zu erfahren. „70“, schätzt Gewerkschaftssekretär Bernhard. „89“, hatte das Unternehmen im März berichtet. Auf jeden Fall klaffen Welten zwischen dem Produktionsvermögen (jährlich 1,5 Millionen Hektoliter) und der tatsächlichen Herstellung (300 000 bis maximal 400 000 Hektoliter) in der Südstadt.

„Die Stadt ist verärgert, dass sich InBev ausschließlich Gedanken um Zahlen macht und nicht ums Marketing“, so Mönninghoff. Möglichkeiten, die Marke zu sichern, würden zu wenig genutzt. Das weiß er aus jüngster Erfahrung: „Die Macher des Freiluftkinos Sehfest wollten einen Werbefilm für Gilde zeigen. Schließlich laufen die Filme auf der Gilde-Parkbühne.“ Auf ihre Anfrage habe der Konzern InBev abgewunken: „Dabei hätte das wirklich kaum was gekostet und Gilde ein Stück zurück in die Herzen der Hannoveraner gebracht.“