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Meine Stadt Gesundheitsprojekt für Asphalt-Verkäufer in Hannover
Hannover Meine Stadt Gesundheitsprojekt für Asphalt-Verkäufer in Hannover
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15:40 31.10.2018
Projektvorstellung "Gesundheit für Asphalt-Verkaufenden" im Gemeindesaal der Apostelkirche.
Projektvorstellung "Gesundheit für Asphalt-Verkaufenden" im Gemeindesaal der Apostelkirche. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Seit Jahren nimmt die Zahl der Obdachlosen in Deutschland zu. Und wird damit auch in Städten wie Hannover immer sichtbarer. Obdachlose verkörpern die extremste Form von Armut in unserer Wohlstandsgesellschaft. Diesen Menschen fehlt es dabei jedoch nicht allein an einem Dach über dem Kopf, ihnen mangelt es auch an Nahrung und medizinischer Versorgung. Zudem sind sie dem Wetter fast schutzlos ausgeliefert. Das Straßenmagazin „Asphalt“ hat deshalb ein langfristiges Gesundheitsprojekt gestartet. Damit sollen Ernährung und Fitnesszustand der rund 100 Magazin-Verkäufer in der Stadt verbessert werden.

„Es ist absolut kein leichter Job bei Wind und Wetter aber auch im heißen Sommer da draußen zu stehen“, sagte Diakoniepastor und Asphalt-Herausgeber Rainer Müller-Brandes bei der Vorstellung des Projekts. „Alle Firmen machen Gesundheitsmanagement. Warum nicht auch Asphalt?“ Das Projekt gliedert sich in mehrere Bereiche, kann aber auch nur auf einzelne Themenfelder begrenzt werden. Da ist etwa das Funktionstraining, das beim Turn-Klubb Hannover (TKH) angeboten wird. Die Angebote reichen von leichten Ballspielen, Gymnastik und Entspannungsübungen und können sich bis zum Training Fitnessgeräten steigern, so Projekt-Initiator und Asphalt-Vertriebsleiter Thomas Eichler. Ebenso im Fokus stehen gesunde Ernährung. Die Volkshochschule bietet dafür den interessierten Verkäufern Seminare an. Doch Asphalt-Geschäftsführer George Rinke weiß: „Hartz IV und gesunde Ernährung sind sehr schwer miteinander in Einklang zu bringen. Aber eben auch nicht völlig unmöglich. Es muss ja nicht die teure Bio-Tomate sein, es ist schon ein Erfolg, wenn diese Menschen überhaupt mal zu Tomate, Apfel oder Banane greifen.“

Doch noch viel wichtiger sei bei dem Projekt diese Erfahrung für die Wohnungslosen, so Rinke: „Echte Teilhabe. Und dazu gehören eben auch Sporterlebnisse gemeinsam in einer Gruppe. Das ist enorm wichtig für das Selbstbewusstsein.“

Von Britta Lüers