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Meine Stadt Beim gemeinsamen Singen „hat jeder ein Erfolgserlebnis“
Hannover Meine Stadt Beim gemeinsamen Singen „hat jeder ein Erfolgserlebnis“
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16:33 03.02.2019
Volles Haus: Cem Arnold Süzer und Gunter Papperitz (rechts) laden zum Rudelsingen „Sing dela Sing“ in die Cumberlandsche Galerie. Der Termin im Februar so gut wie ausverkauft. Nächste Chance: der 29. März Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Die meisten von uns tun es von Zeit zu Zeit, vielleicht im Auto, unter der Dusche oder beim Kochen: singen. Solange nur wir allein unsere schiefen Töne hören, schmettern wir jeden Hit aus voller Kehle mit. Vor anderen Menschen sind wir meist viel zurückhaltender. Bei „Sing dela Sing“ ist das nicht nötig – hier treffen sich Hobbysänger, Goldkehlchen und Partyhit-Gröler zum gemeinsamen Singen. In Hannover hat das Format von Sänger Cem A. Süzer (51) und Pianist Gunter Papperitz (46) nach fünf Veranstaltungen schon haufenweise Fans gewonnen.

Das Treppenhaus in der Cumberlandschen Galerie füllt sich. Einige Besucher nehmen auf den Stufen Platz, andere versorgen sich an der Bar mit Getränken. Die Bühne ist ein winziges Podest mit einem Keyboard und zwei Mikros. Aber hier geht es ja auch nicht um die Musiker, sondern um die 100 Singbegeisterten, die an der ausverkauften Veranstaltung teilnehmen. Damit vorher niemand Songtexte auswendig lernen muss, werden diese auf eine Leinwand projiziert. Papperitz erklärt: „Damit haben wir uns viel Mühe gegeben. Schließlich schauen die Leute den ganzen Abend darauf.“

Freude an der Sache

An der Decke dreht sich eine kleine Discokugel, gelbe und blaue Spots werfen Lichtkreise auf den Boden. Dirk Pache (47) trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Just because I cant’t sing, doesn’t mean I won’t sing.“ Auf Deutsch: „Dass ich nicht singen kann, bedeutet nicht, dass ich es nicht tun werde.“ Es drückt den Grundgedanken von „Sing dela Sing“ aus. Nicht das Können steht hier im Fokus, sondern die Freude an der Sache. „Wenn ich an der Ampel stehe, sehe ich ständig Leute, die im Auto singen“, erzählt Pache, „ich kann mir nicht vorstellen, dass die das alle perfekt können.“

Süzer und Papperitz betreten die Bühne und legen sofort los. „Free Fallin“ von Tom Petty ist der erste Song. Sofort steigt das Publikum ein und klingt dabei wie ein echter Chor. Süzers Stimme dominiert nicht. Schließlich ist nicht er der Star heute Abend. „Unser Konzept funktioniert nur, wenn das Publikum mitmacht“, sagt Papperitz, „sonst stehen da nur zwei jämmerliche Gestalten, die Cover-Songs spielen.“ Papperitz kennt sich aus mit Dynamiken auf und vor der Bühne. Er ist Keyboarder bei Radio Doria, der Band von Schauspieler Jan Josef Liefers (54).

Ein Herr im Kapuzenpullover hockt auf der Treppe. Verunsichert blickt er von links nach rechts. So ganz geheuer scheint ihm das alles nicht zu sein. Der Chor applaudiert sich selbst und stimmt sogleich das nächste Lied an. „Müssen nur wollen“ von Wir sind Helden ist gesanglich schon schwieriger. Das Publikum wird mutiger, Süzer ist kaum noch zu hören. „Man hört nicht, wenn jemand nicht gut singen kann“, betont Papperitz, „man hört aber manchmal Leute, die es besonders gut können und die zweite Stimme singen.“

Egal ob allein oder mit anderen

Alex Lawiszus (41) hat die Tickets zu Weihnachten an seine Freunde verschenkt. René Lundrigan (39) und Jörg Timmermann (36) finden die Idee super. „Wir singen auch gern auf Karaokebühnen“, sagen sie. Lundrigan ergänzt: „Wenn das richtige Lied gespielt wird, lege ich los. Dann ist mir egal, ob ich allein singe oder mit anderen.“

Es folgt Tina Turners Superhit „Opposites attract“. Angst vor den ganz großen Namen der Musikgeschichte kennt hier niemand. Mancher arg hoher Ton entlockt den Kehlen ein quietschendes Keuchen. Doch alle nehmen es mit Humor. Wer so gar nichts mit Melodie oder Text anfangen kann, wippt einfach ein bisschen mit den Füßen im Takt.

Der Herr im Kapuzenpullover hat sich mittlerweile von den Stufen erhoben. Er singt und lacht und wippt fröhlich mit. Begeistert reißt er einen Arm in die Höhe. Der Chor findet sich immer besser. „Ella, elle l’a“ könnte aufgrund des französischen Textes eine Herausforderung sein. Doch der Chor hat auch die letzte Zurückhaltung abgelegt und hängt sich richtig rein. France Gall wäre stolz.

Papperitz verspricht: „Wenn die Gruppe gemeinsam singt, klingt es immer gut. Deshalb hat bei ,Sing dela Sing’ jeder ein Erfolgserlebnis.“

Von Janina Scheer

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