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Meine Stadt Gefährliche Bakterien: Stadt muss Kastanien fällen
Hannover Meine Stadt Gefährliche Bakterien: Stadt muss Kastanien fällen
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17:53 08.07.2019
In der Dammannstraße ließ die Stadt zwei Kastanien fällen. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Pseudomonasinfektion – was schon schlimm klingt, bedeutet vielfach auch den Tod der Kastanienbäume. Am Montag hat die Stadt in der Dammannstraße (Bult) kurzfristig zwei 70 Jahre alte Bäume fällen müssen, die von den stäbchenförmigen Pseudomonas-Bakterien befallen waren. „Dies war notwendig, damit nicht weitere Kastanien in der Umgebung mit der Krankheit infiziert werden“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix. Das Holz müsse nun auf einer Deponie verbrannt werden, ebenfalls um zu verhindern, dass sich weitere Bäume anstecken.

Die betroffenen rotblühenden Rosskastanien waren mächtig und hatten beide einen Baumumfang von weit mehr als zwei Metern auf. Auch weitere Bäume in der Straße weisen nach Angaben eines Stadtmitarbeiters bereits Anzeichen der Infektion auf. „Vereinzelt sind die Keime auch bei anderen Kastanien aufgetreten. Ein flächendeckender Befall ist jedoch nicht festzustellen“, sagt Dix.

Die Rosskastanien waren mit dem Pseudomonas-Bakterium befallen. Quelle: Frank Wilde

Das Bakterium ist noch nicht allzu lange in Deutschland. Es soll aus Indien nach Europa gekommen sein. Erst 2007 gab es den ersten Nachweis für einen Befall in Hamburg. Viele Städte, darunter auch Hildesheim, haben inzwischen große Probleme. Laut Dix verbreitet sich die Infektion mit dem Schleimfluss der Bakterien. Dies wird vom Regenwasser und Tieren von Baum zu Baum übertragen.

Bäume nicht mehr bruchsicher

Macht die Dürre den Flachwurzler gerade besonders anfällig? „Allgemein gilt, dass extreme Trockenheit Bäume schwächen und angreifbar machen kann“, sagt Dix.

Die beiden Kastanien waren 70 Jahre alt. Quelle: Frank Wilde

Die Pseudomonas-Bakterien verstopfen die Leitungsbahnen der Bäume. Die Versorgung der Krone ist damit unterbrochen, die Blätter werden welk. An der Rinde der befallenen Bäume erscheinen dunkle Flecken und ein rotbrauner, schwarzer Ausfluss. Es sieht aus, als blute der Baum. In den dort entstandenen Rissen nisten sich Pilze ein, die das Holz zerstören.

Aus dem Archiv:
Lindener Rentner will Kastanien retten

„Die Bäume sind dadurch nicht mehr dauerhaft bruchsicher“, betont Dix. Äste und sogar die ganze Krone können herabfallen. Das Bakterium ist nicht der einzige Feind der Kastanien. Auch die Miniermotte bereitet Sorgen. „In diesem Fall ist nicht aber nicht von Relevanz“, so Dix.

Von Sascha Priesemann

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