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Meine Stadt Gartenheim-Chef: Hannover „schon fast DDR 2.0“
Hannover Meine Stadt Gartenheim-Chef: Hannover „schon fast DDR 2.0“
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16:58 04.08.2019
Bunt: Das sechsgeschossige Haus, das die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim auf eigenem Grundstück an der Pelikanstraße bauen wollte. Die Mehrheit im Rat war dagegen. Quelle: Gartenheim
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Hannover

Zu groß, zu bunt – und außerdem sehe das Gebäude aus wie ein Parkhaus: Hannovers Rat hatte im Februar den Plänen von Gartenheim-Chef Günter Haese einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der wollte auf eigenem Grundstück auf einer Garage an der Pelikanstraße einen Sechsgeschosser errichten. Erledigt ist das Thema für ihn aber noch nicht. Haese kündigte am Rande der Eröffnung seiner neuesten Moosmaschine in der Südstadt an, noch einmal mit der Politik reden zu wollen. Zugleich greift er diese jedoch scharf an.

Aus Sicht von Haese machen Verwaltung und Politik in Hannover viel zu viele Vorgaben. „Wir gleiten in die Planwirtschaft ab“, warnt er. Die Stadt sei „schon fast DDR 2.0. Da sind wir wirklich nur kurz davor“. In den Gesprächen mit der Politik werde er „nicht mit Kritik sparen“, kündigt der Gartenheim-Chef an. „Wenn ich investiere, dann will ich selbst entscheiden, was ich baue“, sagt er.

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Gartenheim-Chef: „Ich will wirtschaftliche Beinfreiheit“

Haese glaubt, dass es weniger um die Optik und Farbe des Gebäudes geht. Tatsächlich wolle die Stadt, „einen großen Riegel mit möglichst vielen Sozialwohnungen erzwingen“. Das will der Vorsitzende der Genossenschaft nicht mitmachen. „Ich will wirtschaftliche Beinfreiheit“, fordert er. Außerdem habe er viele positive Reaktionen auf das geplante Gebäude bekommen.

Von seinen Anwälten hat der Gartenheim-Chef prüfen lassen, ob er gegen die Ablehnung seines Bauvorhabens vorgehen kann. Dabei habe sich gezeigt, dass das keine Aussicht auf Erfolg habe. „Einen Fehler im System“, sieht Haese, der außerdem in Hannover „eine Begünstigung weniger“ sieht, wenn es um Wohnungsbau gehe.

SPD sieht Haese „auf dem falschen Gleis“

DDR 2.0? Das will Lars Kelich, baupolitischer Sprecher der SPD, nicht auf sich sitzen lassen. „Haese ist hier derjenige, der auf dem falschen Gleis ist“, kritisiert er. In Hannover gelten „die gleichen Regeln für alle“. Die anderen „hätten auch keine Probleme, sich an Absprachen und Regeln zu halten“, so Kelich.

Einen Verzicht auf die von Stadt und Politik geforderten Sozialwohnungen würde der SPD-Mann auch nicht akzeptieren: „Da müssen für alle die gleichen Maßstäbe angelegt werden. Sonst haben wir keinen fairen Wettbewerb“. Zu Gesprächen mit dem Gartenheim-Chef sei er dennoch bereit. „Wenn Herr Haese mit uns reden will, dann reden wir mit ihm“, sagt Kelich.

Von Christian Bohnenkamp

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