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Meine Stadt Baupläne abgelehnt: Abgekartetes Spiel von Stadt und Politik?
Hannover Meine Stadt Baupläne abgelehnt: Abgekartetes Spiel von Stadt und Politik?
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20:25 07.02.2019
Entwürfe für einen Neubau der Genossenschaft Gatenheim an der Pelikanstraße 8, Hannover-List. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Kozjak, Hannover. Der Bauausschuss hat die Pläne abgelehnt.
Entwürfe für einen Neubau der Genossenschaft Gatenheim an der Pelikanstraße 8, Hannover-List. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Kozjak, Hannover. Der Bauausschuss hat die Pläne abgelehnt. Quelle: Kozjak Architektur
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Auf einem Garagendach auf eigenem Grundstück wollte Gartenheim-Chef Günter Haese einen bunten Sechsgeschosser errichten. Die Ampel im Rat machte ihm jedoch einen Strich durch das Projekt an der Pelikanstraße. Zu groß sei der Bau und sehe aus wie ein Parkhaus, so der Vorwurf. Nun wehrt sich Haese: Er wirft den verantwortlichen Politikern „Dilettantismus“ vor. Bei der Entscheidung sei „offenbar eine Hausfrauenjury am Werke gewesen“.

Haese will Rechtsmittel einlegen

Hinnehmen will Haese das nicht. „Ich werde Rechtsmittel einlegen“. Zumal die Ampel „offenbar auch Schwierigkeiten mit den Grundrechenarten“ habe. Denn ein weiteres Gebäude seiner Genossenschaft, nur 50 Meter entfernt, sei mit achteinhalb Geschossen nicht zu hoch.

Haese vermutet in der Entscheidung „eine vorher abgestimmte Abseitsfalle“ zwischen Ampelbündnis und dem Baudezernat von Uwe Bodemann. Das hatte Haese in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Zuletzt in seinem jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht. Namen nennt Haese darin zwar nicht. Aber er schreibt von „manipulierte Ausschreibungen“ sowie „sonderbaren Förderverträgen mit Nebenabreden“. Durch solche „Marktkorrekturen“ sei es „kommunalen Wohnungsunternehmen mittlerweile auch möglich, hochwertigen Wohnungsbau auf sogenannten Filet-Grundstücken in guten Lagen im gehobenen Preissegment am Markt anzubieten und somit die eigene soziale Wohnungsbausparte indirekt zu refinanzieren“.

Wer sich in der Branche auskennt, weiß, dass Haese damit wohl den Verkauf des Marstall-Grundstücks an die städtische Hanova gemeint haben muss, die darauf Luxuswohnungen errichtete.

Auch Architektin verärgert

Verärgert über die Ablehnung des Neubaus an der Pelikanstraße zeigt sich auch Architektin Larisa Kozjak. Der wäre „mal etwas anderes“ gewesen als die vielen Klinkerbauten, die in Hannover errichtet würden.

Hochwertige Materialien geplant

Kozjak verweist auch auf „hochwertige Materialien“, die verwendet werden sollten, zum Beispiel „gepresste Steinwolle. Das nachhaltigste Verkleidungssystem“, versichert sie. Außerdem wäre es durch den höheren Bau möglich gewesen, „die umliegenden Grünflächen zu erhalten“, so die Architektin.

Von Christian Bohnenkamp