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Meine Stadt Frisch lackiert: Die Üstra lässt die grünen Stadtbahnen hochleben
Hannover Meine Stadt Frisch lackiert: Die Üstra lässt die grünen Stadtbahnen hochleben
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17:33 09.06.2019
Bahn-Fans können bei Schnupperfahrten die frisch lackierten grünen Stadtbahnen testen. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Als die grüne Stadtbahn des Typs TW 6000 am Pfingstsonntag die Kurt-Schumacher-Straße hinabfährt, glänzt sie wie gerade frisch bestellt. Bahnfans haben ihre Kameras gezückt. Am Hochbahnsteig an der Ernst-August-Galerie warten zahlreiche Fahrgäste, die das Angebot der Üstra für eine Schnupperfahrt in der frisch lackierten Stadtbahn nutzen wollen.

Alte Bahnen im neuen Glanz

Obwohl sich optisch eigentlich kaum etwas verändert hat, herrscht eine Stimmung wie bei der Präsentation eines neues Modells. Die Üstra hatte zur Feier des 50-jährigen Jubiläums des Roten Punktes ihrem Oldtimer am Ernst-August-Platz sogar den roten Teppich ausgerollt.

Roter Teppich: Die Mitglieder des Üstra-Vorstandes Volkhardt Klöppner und Denise Hain präsentieren mit Designprofessor Herbert Lindinger und den Verkehrsdezernenten der Region Hannover, Ulf-Birger Franz die neuen Bahnen. Quelle: Frank Wilde

Innen sieht alles ein bisschen geflegter aus als noch vor der Renovierung. Der Dreck in den Ecken ist verschwunden, Sitze und Wände neu lackiert, die LED-Lampen werfen ein anderes Licht und an den Fenstern sowie Türen sind die Dichtungen auch wieder dicht. Zudem scheint die Bahn nicht so durch die Gegen zu rumpeln wie früher. Sie fährt flüssig und ist für ihre Verhältnisse erstaunlich leise.

Designer ist auf die Sitze stolz

Einen den das besonders freut ist Herbert Lindinger. Der Designprofessor hat die Stadtbahnen Anfang der 70er Jahren entworfen. „Für mich ist es eine große Freunde, dass das so lange besteht“, sagt der 85-Jährige. Ein Nachteil habe es aber: Er fühle sich dadurch noch älter als er eigentlich ist.

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Stolz ist Lindinger vor allem auf die „bequemen Sitze“. Die hatten, als 1974 die erste Stadtbahn vom Waterloo zum Hauptbahnhof fuhr, noch ein Polster aus Schaum. Einige Fahrgäste rissen das aber immer wieder heraus. Deshalb haben spätere Serien des TW 6000 den harten Kunststoffsitz bekommen.

Farbe bei Opel abgeschaut

Was aber alle Weiterentwicklungen eint, die die markante grüne Farbe, die noch heute für die Üstra steht. Als Lindinger 1969 für eine Messe nach Hannover reiste, waren noch die elfenbeinfarbenden Wagen unterwegs. „Ich fand, dass Hannover dadurch ein tristen Stadtbild abgab. Das habe ich dann auch dem Oberbürgermeister in einem Brief geschrieben“, sagt Lindinger. Zwei Jahre später kam der Designprofessor dann schließlich an die Universität Hannover. Die Stadt beauftragte ihn auch aufgrund seines Briefs, den Stadtbahnen einen neuen Anstrich zu geben. Das Grün schaute sich Lindinger beim Autohersteller Opel ab.

Ein Bild des Pop-Art-Künstler Tim Davis zeigt den Wandel der Bahnen und des Verkehrs. Quelle: Marcus Prell

Und wohl auch deswegen haben die grünen Stadtbahnen, die teilweise mehr als zwei Millionen Kilometer gefahren sind, noch heute viele Fans. Wie zum Beispiel Dirk Wagner (55). „Die Farbe ist gut, zudem sind die Bahnen besser aufgeteilt als die neuen Modelle.“

Wer die frisch renovierten Oldtimer testen möchte, der kann an Pfingsttagen die Rundfahrt der Üstra nutzen. Alle 20 Minuten fährt die grüne Stadtbahn vom ZOB/Hauptbahnhof zum Goetheplatz und wieder zurück.

Von Sascha Priesemann

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