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Meine Stadt Fridays für Future: 3000 Schüler ziehen durch Hannover
Hannover Meine Stadt Fridays für Future: 3000 Schüler ziehen durch Hannover
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18:44 15.02.2019
Rund 3000 Schüler demonstrierten in Hannover beim Fridays for Future. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Der Demo-Zug war lang. Rund 3000 Schüler, Studenten und Auszubildende sind beim „Fridays for Future“ erneut durch die Innenstadt gezogen. Der Demo-Zug war lang. Rund 3000 Schüler, Studenten und Auszubildende sind beim „Fridays for Future“ erneut durch die Innenstadt gezogen. Sie forderten eine bessere Klimapolitik. „ Wir sind überwältig, wie viele junge Menschen wieder gekommen sind“, sagt Anna Kraett. Die 17-jährige Schülerin gehört zum Organisatoren-Team.

Der Ärger der jungen Menschen richtete sich beim zweiten Protestmarsch in Hannover vor allem gegen den Beschluss der Kohlekommission. Demnach sollen erst 2038 die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden – zu spät finden die Jugendlichen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Generation, die in 20 Jahren mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen hat“, sagt Kraett.

Fridays for Future: Schüler und Studenten demonstrieren in Hannover für Klimaschutz.

Vor dem Neuen Rathaus und dem Niedersächsichen Landtag machte der Protestzug halt. Einige Ratsherren machten mit ihrem Smartphone Bilder davon. Niemand von ihnen aber sprach zu den jungen Demonstranten, die sangen: „Wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut.“ Immerhin: Am Donnerstag hatte Ministerpräsident Stephan Weil einige der Umweltschützer empfangen. „Die Unterstützung bringt aber nur etwas, wenn dem auch Taten folgen“, macht Kraett klar.

„Wir schwänzen die Schule nicht“

Viele Schüler gingen in dieser Zeit nicht in den Unterricht, was immer wieder für Kritik sorgt. „Es ist schlimm, dass die das während der Schulzeit machen“, schimpft ein älteres Ehepaar auf der Osterstraße. Für die Mädchen und Jungen ist das jedoch kein Grund aufzuhören. „Wir schwänzen die Schule nicht, denn wir machen hier was für unsere Zukunft“, sagte die 17-jährige Luu Töllner. Sie verpasst gerade den Geschichtsunterricht. Auch Timon Dzienus, Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen, kann das nicht mehr hören. „Wir haben als Schüler für ganz andere Dinge die Schule geschwänzt. Die Menschen sollten froh sein, dass die Schüler das für Politik machen“, erklärte der Student.

Zwar wird der Protest von den Schulen nicht offiziell unterstützt. Einige Schüler berichteten aber, dass ihre Lehrer es gut fänden, dass die Jugendlichen sich an der Aktion beteiligen. „Wenn man etwas Verbotenes macht, ist das Zeichen viel größer, als wenn wir das in unserer Freizeit machen würden“, meint der zwölfjährige Bennet aus Linden. Zudem würden sie nur zwei Stunden verpassen. „Damit gefährdet man nicht sein Abitur. Den Stoff kann man hinterher wieder nachholen“, sagte die 17-jährige Henriette Höhlich aus Burgdorf. Obwohl gerade vorlesungsfreie Zeit ist, mischten sich nur wenige Studenten in den Protestzug. „Das finde ich schade, denn wir sind genauso von den Folgen betroffen,“ sagt der Politik- und Geographiestudent Matti Benne.

Für März ist bereits die nächste Demonstration geplant. „Wir machen solange weiter, bis sich wirklich etwas ändert“, sagt Kraett. Und das kann lange dauern.

Von Sascha Priesemann