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Meine Stadt „Fridays for Future“ läuten große Klima-Woche ein
Hannover Meine Stadt „Fridays for Future“ läuten große Klima-Woche ein
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19:11 22.11.2019
Aktions-Auftakt: „Fridays for Future“ haben das „Klima“ zur Uni getragen. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Fridays for Future“ sind schon lange nicht mehr nur eine Bewegung für Schüler. Das beweisen die Aktivisten auch dieses Mal. Für die nächste Woche hat die Klima-Bewegung nicht nur zur globalen Demo aufgerufen. Von Montag bis Freitag wird zudem die Klimabildungswoche „Public Climate School“ an der Leibniz Universität (LUH) stattfinden, die mit über 100 Veranstaltungen auf das Thema Klimakrise eingeht. Das gaben die Aktivisten am Freitag auf einer Pressekonferenz im Haus der Jugend bekannt. Anschließenden machte die Bewegung mit einer kreativen Aktion auf die Aktionswoche aufmerksam.

Das „Klima“ wird zur Uni getragen

Wie in den vergangenen Wochen haben „Fridays for Future“ auch an diesem Freitag eine Aktion gestartet. Um 14 Uhr trafen sich die Aktivisten an der Lutherkirche und sammelten an fünf Orten in der Nordstadt – die unterschiedliche Teile der Gesellschaft repräsentieren sollten – die fünf Buchstaben des Wortes „Klima“ ein. Im Kreativzentrum „Hafven“ wurde der erste Buchstabe „K“ abgeholt, danach sammelten die Aktivisten im Seniorenheim „Domicil Nikolai“, in der Lutherschule, im Kiosk „Onkel Ollis“ und auf dem Spielplatz im Welfengarten die restlichen Lettern ein.

Die verschiedenfarbigen Buchstaben aus Holz wurden abschließend zur Leibniz Uni getragen und dort vor dem Welfenschloss aufgestellt. Mit der Aktion will die Bewegung auf die am Montag startende „Public Climate School“ aufmerksam machen.

Aktivisten rufen zum Vorlesungsstreik auf

Auf einer zuvor stattgefundenen Pressekonferenz im Haus der Jugend, zeigten sich „Fridays For Future“ abermals enttäuscht von der Bundesregierung in Sachen Klimaschutz. „Die Klimakrise ist die größte Bedrohung unserer Zeit“, sagte Bewegungssprecherin Hannah Springer (20). „Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem ’Klimapäckchen’, das soziale Ungerechtigkeit verstärkt und die 1,5 Grad-Grenze ignoriert“, so Springer weiter.

Gaben ihre Pläne bekannt: „Fridays for Future“ haben für die kommende Woche viel geplant. Quelle: Jens Strube

Vom neuen Oberbürgermeister Belit Onay (38) erwarten die Aktivisten, dass „er anfängt die angekündigten Maßnahmen umzusetzen“, so Fridays-Sprecherin Lou-Töllner (18), denn: „Am Ende wird auch der neue OB in seinen Handlungen bemessen.“ Die geplante autofreie Innenstadt sei schon ein guter Weg, aber „wir werden weiter konkret auf unseren Forderungen beharren“, so Töllner weiter.

Wegen der unzureichenden Maßnahmen aus Berlin rufen die Aktivisten in der kommenden Woche zum generellen Vorlesungsstreik auf. Initiiert von den Bündnissen „Fridays for Future“, „Students for Future“ und dem AStA der Leibniz Uni, soll mit der „Public Climate School“ das Lernen dennoch zentraler Aspekt sein.

Leibniz Uni beteiligt sich an „Public Climate School“

In über 100 Veranstaltungen, die hauptsächlich in den Gebäuden der LUH stattfinden, soll vom 25. bis zum 29. November über den Klimawandel und seine Folgen informiert werden. Martin Kapp (23) von „Students for Future“ erklärt: „Es sind alle Teile der Gesellschaft eingeladen teilzunehmen, nicht nur Studenten.“ Neben Vorträgen sollen auch Diskussionen, Seminare und Workshops angeboten werden.

Ziel der Aktion sei es, dass sich uneingeschränkt alle Menschen aus Stadt und Region mit der Klimakrise auseinandersetzen können, so Kapp. „Die ganze Stadt soll hinter der Aktion stehen.“ Mit der Leibniz Uni haben die Aktivisten bereits einen großen Unterstützer. Nicht nur, dass die Universität den Großteil der Veranstaltungen beherbergt: Sie wirbt sogar dafür. „Am Ende des Tages ziehen wir alle an einem Strang. Es betrifft uns alle“, erklärt LUH-Sprecherin Mechtild Freiin von Münchhausen.

Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LUH seien dem Aufruf gefolgt und bieten in der Aktionswoche eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Klimawandel an. „Das ist eine gute Form, das Thema gemeinsam in die Öffentlichkeit zu tragen. Denn es sind Dinge, die alle Menschen direkt betreffen“, so von Münchhausen weiter. Neben Hannover soll die „Public Climate School“ an 24 weiteren Universitäten und Hochschulen in ganz Deutschland stattfinden.

Klima-Demo soll mit einem stadtweiten Alarm starten

Die Klimabildungswoche endet am Freitag um neun Uhr mit einem aufgezeichneten Beitrag des renommierten Wissenschaftsjournalisten Harald Lesch. Darin soll er eine grundlegende Einführung zur Klimakrise geben. Anschließend wird es wieder laut – und voll. Für den 29. November rufen „Fridays for Future“ zum globalen Streik auf.

Für die Demo, die kurz vor der UN-Klimakonferenz in Madrid (2. bis 13. Dezember) startet, rechnen die Aktivisten wieder mit Tausenden Teilnehmern: „Wir können es nicht einschätzen wie viele tatsächlich kommen, aber angemeldet haben wir die Demo für 7000 Menschen“, so Fridays-Sprecherin Hannah Springer. Beim letzten internationalen Streik wurden 8000 Teilnehmer angemeldet – am Ende mobilisierten sich etwa 30.000 Menschen.

Bevor die Demo um 12.30 Uhr auf dem Opernplatz startet, plant die Bewegung eine Guerilla-Aktion durchzuführen. „Um 5 nach 12 wird es einen Klima-Alarm geben, der in der ganzen Stadt gut zu hören sein wird“, kündigt Fridays-Sprecherin Hannah Springer an. Dieser solle sich aber eindeutig von einem Feueralarm unterscheiden. Mehr wollte die Sprecherin noch nicht verraten. Wie bereits Anfang November, als Aktivisten die Kröpcke-Uhr beklebten, wendet sich auch diese Aktion gegen den Glauben, dass es bei der Bekämpfung des Klimawandels „5 vor 12“ sei, so wie es häufig Politiker sagen würden.

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Von Jens Strube

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