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Meine Stadt Fridays for Future: Tausende radeln bei Fahrraddemo durch Hannover
Hannover Meine Stadt Fridays for Future: Tausende radeln bei Fahrraddemo durch Hannover
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19:39 14.06.2019
Überwiegend junge Menschen trafen sich zur Fahrrademo auf dem Opernplatz. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Als der rund zwei Kilometer lange Zug der Radfahrer am Aegidientorplatz in die Hildesheimer Straße einbog, machten die jungen Demonstranten der Fridays for Future-Bewegung nochmal richtig Radau. Sie sangen, klingelten laut und winkten den im Stau stehenden Autofahrern auf der Gegenfahrbahn zu. Die warteten dort bereits seit ein paar Minuten und reagierten mit einem Hupkonzert. „Leute lasst das Hupen sein, reiht euch in die Demo ein“, riefen daraufhin die Schüler und Studenten auf ihren Satteln zurück.

Nach Angaben der Organisatoren seien mehr als 2000 vor allem junge Klimaschutz-Aktivistenam Freitagnachmittag in die Pedale getreten. Der Zug führte etwa 12 Kilometer durch die Stadt vom Steintor bis zum Altenbekener Damm und endete mit einem veganen Picknick am Georgengarten. Auch die Hochstraße an der Hamburger Allee durften die Radfahrer erklimmen. Für Fans von Phil Collins, die mit Auto zur HDI-Arena fuhren, wurde die Anreise dadurch zu einem Geduldsspiel. „Wir haben unsere Route wegen des Konzerts extra nochmal geändert. Wir wollten den Anreiseverkehr nicht behindern“, stellte Timon Ziehlke (19) aus dem Organisatorenteam klar.

Klimaschutz nur mit Verkehrswende

Die Aktivisten hatten vor dem Start nochmal klar gemacht, worum es ihnen bei der Demo ging. „Wir können unser Klima nur mit einer Verkehrswende schützen“, sagte Dennis Hansmann (29), angehender Windenergie-Ingenieur. Noch immer würden selbst kurze Strecken mit dem Auto gefahren. Die Stadt investiere zu wenig Geld in den Radverkehr. „Es ist ein Skandal, wie viele Radfahrer in den Städten bei schweren Unfällen verletzt oder getötet werden“, sagte er von der Treppe an der Oper.

Fahrrademo von Fridays for Future

Unterstützer der Fridays for Future-Bewegung war zuletzt nicht mehr nur freitags aktiv. Am Dienstag hatten die jungen Klimaaktivisten am Messeschnellweg demonstriert, am Donnerstag vor dem Haus der Region, wo der Umweltausschuss tagte. Dort forderten sie, dass der Klimanotstand ausgerufen wird. „Wir werden sehr viel zu Gesprächen eingeladen, doch wir sehen noch immer kein konkretes Handeln“, ärgert sich Ziehlke. Die Forderung: Weniger Autoverkehr, dafür mehr ÖPNV und bessere Radwege.

Fridays for Future nun auch in Lehrte

Zur Fahrraddemo waren auch fünf Schülerinnen aus Sehnde angereist. „Wir sind hier zwei Stunden mit dem Rad hergefahren“, sagte Caroline Block-Grupe (15). Sie war sogar mit einem Lastenrad gekommen. Daran hatte sie ein Plakat mit der Aufschrift „Opa, was ist ein Schneemann?“ festgeklemmt. Sie wünschen sich, dass deutlich mehr Menschen das Rad nutzen oder mit Bus und Bahn fahren. „Wir sind hier, weil wir von der Sache überzeugt sind und weil es auch ein wenig Spaß macht“, sagt Hannah Jacobs (14).

Erstmals demonstrierten auch rund 300 Schüler in Lehrte für das Klima. Dort hat sich eine lokale Gruppe von Fridays for Future gegründet.

Von Sascha Priesemann

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