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Meine Stadt Win-Win-Situation: Einheimische hilft Flüchtling
Hannover Meine Stadt Win-Win-Situation: Einheimische hilft Flüchtling
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17:39 12.07.2019
Ein gutes Team: Salman Arrouk und Carola Schebela im Sonner 2016 auf der Terrasse des Freiwilligenzentrums. Quelle: Petrow
Hannover

Für Salman Arrouk war es ein weiter Weg von Damaskus nach Hannover, es war ein steiniger Weg – und dann kam Carola Schebela, „und es wurde leichter für mich. Ohne Carola hätte ich mindestens zwei Jahre länger gebraucht, um da zu sein, wo ich jetzt bin“, erzählt der 25-jährige Syrer, der gerade eine dreijährige Verlängerung seines Aufenthaltsstatus in Deutschland bekommen hat. Und der nun vor dem zweiten Ausbildungsjahr als IT-Systemelektroniker bei der Telekom steht, in einer Wohnung in Linden lebt und sagt: „Ich habe meine Heimat hier gefunden.“

In die Erfolgsstory des 25-Jährigen ist Carola Schebela (60) fest eingebunden. Seit 29. Oktober 2015 bildeten die beiden ein Tandem in dem Projekt „Willkommen“, das mittlerweile „Zweieinander“ heißt. Die Idee dahinter: Ein Flüchtling und ein Einheimischer treffen sich, reden miteinander, der geflüchtete Mensch bekommt Hilfestellung dabei, heimisch in Hannover zu werden.

„Salman wollte sich von vornherein integrieren“

„Für mich war das neu, ich war aufgeregt“, erinnert sich Schebela. Anfangs unterhielt man sich auf englisch „und mit Händen und Füßen“, zwei Jahre lang begleitete sie ihn zu Behördengängen, erklärte ihm, wo in Hannover wer für ihn zuständig ist, wie der Deutsche Müll trennt und wie es mit der Gleichberechtigung der Frau bei uns steht. „Salam wollte sich von vornherein integrieren“, sagt sie. „Das hat es leicht gemacht.“

Schebela stärkt wiederum „die eigene kulturelle Kompetenz“,wie sie sagt und hat jemanden, „der mir auch beim Computereinrichten hilft, eine Win-Win-Situation für uns beide“. Aus Hilfe wird Freundschaft, bis heute sind die beiden in guten Kontakt, „er könnte mein Sohn sein“, sagt Carola Schebela. Beiden ist eines klar: „Ohne das Freiwilligenzentrum wäre das nicht passiert, das war die beste Möglichkeit, sich kennen zu lernen“.

Von Petra Rückerl

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