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Meine Stadt Flüchtlinge: 24 zusätzliche Unterkünfte reichen nicht
Hannover Meine Stadt Flüchtlinge: 24 zusätzliche Unterkünfte reichen nicht
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08:28 25.04.2018
Das frühere Maritim-Hotel ist zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge geworden.
Das frühere Maritim-Hotel ist zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge geworden. Quelle: Thomas
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Hannover

Die Zeichen standen lange auf Entspannung in Sachen Flüchtlingsunterbringung. Eine Reihe von Notunterkünften konnte die Stadt sogar schließen. Nun steht sie jedoch wieder verstärkt unter Druck – obwohl seit Beginn der Flüchtlingskrise im September 2015 mittlerweile 24 zusätzliche Unterkünfte in Betrieb gegangen sind, wie die Stadt auf Anfrage der NP mitteilte.

Die Kapazität zur Unterbringung von Flüchtlingen stieg im gleichen Zeitraum von 3338 auf mittlerweile 4157 Plätze. Offenbar nicht genug. Anders als geplant kann sie das ehemalige Maritim-Hotel am Friedrichswall, eine Notunterkunft, nicht im Sommer räumen. In der vergangenen Woche hat der Bauausschuss einer Verlängerung des Vertrages mit dem Eigentümer vorerst bis in den Herbst zugestimmt. Derzeit sind in dem Gebäude gegenüber vom Neuen Rathaus 320 Flüchtlinge untergebracht.

40 Flüchtlinge pro Woche

Eine ganze Reihe von zu­sätzlichen Unterkünften gehen in der nächsten Zeit in Betrieb. Eine Containeranlage mit 100 Plätzen am Heimatweg (Leinhausen) bereits in dieser Woche, vier weitere feste Heime bis Ende Juli in der Helmkestraße (Hainholz), in der Straße Oheriedentrift (Bemerode), im Albrecht-Schaeffer-Weg (Ba­denstedt) und im Nikolaas-Tinbergen-Weg (Groß-Buchholz). Dort sollen insgesamt 280 neue Plätze entstehen. Darüber hinaus werden zwei weitere Container-Unterkünfte in der Mecklenheidestraße (Ledeburg) sowie in der Straße Alt-Vinnhorst (Vinnhorst) gebaut. In diesen Anlagen sollen 300 Flüchtlinge untergebracht werden.

Ob diese neuen Kapazitäten langfristig reichen werden, bleibt allerdings fraglich. Das Land weist der Stadt Hannover derzeit wöchentlich rund 40 Flüchtlinge zu, die sie unterbringen muss. Und wenn das Maritim-Hotel tatsächlich im Herbst geräumt werden soll, damit die Sanierung des Ge­bäudes beginnen kann, müssten auch diese Plätze ersetzt werden.

Notunterkünfte bieten 666 Plätze

Die aktuelle Quote des Landes, die im Dezember 2016 festgelegt wurde, sieht vor, dass Hannover 1791 Flüchtlinge aufnehmen muss. 1127 davon hat die Stadt bereits untergebracht. Laut Mitteilung des Landes soll eine neue Quote frühestens im dritten Quartal 2018 festgelegt werden.

Neben dem früheren Maritim-Hotel gibt es noch am Krankenhaus Siloah sowie auf dem Parkplatz des ehemaligen Schulzentrums Ahlem Notunterkünfte. Sie haben zusammen eine Kapazität von 666 Plätzen. In der Hinterhand hätte die Stadt noch den Deutschen Pavillon auf dem Expogelände, den sie gekauft hat.

Christian Bohnenkamp