Fleischindustrie: Durchgreifen erst dank Corona
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Meine Stadt Fleischindustrie: Durchgreifen erst dank Corona
Hannover Meine Stadt Fleischindustrie: Durchgreifen erst dank Corona
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18:35 21.05.2020
Ein Kommentar von Petra Rückerl.
Ein Kommentar von Petra Rückerl. Quelle: Michael Wallmüller/dpa
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Hannover

Keine Werksverträge im „Sub-Sub-Subunternehmertum“ (Hubertus Heil), kaum noch Leiharbeit in den Fleischfabriken, mehr – oder überhaupt – Arbeitsschutz für Beschäftigte, keine menschenfeindlich überfüllten Unterkünfte für Arbeiter, auf 30.000 Euro verdoppelte Bußgelder bei Verstößen. Corona sei Dank werden die Missstände in der Fleischindustrie für alle sichtbar. Und sollen endlich bekämpft werden. Wenn nicht jetzt, wann dann ...

Mit Blick auf die Pandemiebekämpfung hat der Bundesarbeitsminister nun Handlungsmöglichkeiten, ohne von Wirtschaftslobbyisten sofort gestoppt zu werden. Im Gegensatz zu der Landwirtschaftsministerin, die bisher dabei kläglich versagt hat, Tier- und Menschenwohl in der Agrarindustrie durchzusetzen.

Natürlich wäre auch bei diesem Thema eine europäische Lösung perfekt, aber irgendwo muss irgendwer einmal anfangen. Deutschland als reichstes EU-Land wird da ja wohl einiges auf der Pfanne haben, um Druck auf die lieben Nachbarn zu machen.

Auch die Verbraucher müssen mitziehen, denn Tierwohl zu fordern und gleichzeitig solche Missstände zu unterstützen, geht einfach nicht mehr. Ein 600-Gramm-Steak für 1,99 Euro kann weder für das Tier noch die Umwelt, den Arbeiter und den Verbraucher gesund sein.

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Von Petra Rückerl