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Meine Stadt Frau bei Brand in Döhren tot aufgefunden
Hannover Meine Stadt Frau bei Brand in Döhren tot aufgefunden
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19:07 27.01.2019
Die Ursache für das Feuer in der Donaustraße ist bislang unklar.
Die Ursache für das Feuer in der Donaustraße ist bislang unklar. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Sonnabend, sechs Uhr: Flammen schlagen aus den Fenstern eines Mehrfamilienhauses in Döhren. Sie reichen bis zum Dach. Selbst der strömende Regen kann sie nicht löschen. Die Feuerwehr trifft ein und findet wenig später eine 63-jährige Frau in der brennenden Wohnung – tot. 52 Einsatzkräfte sind mit 15 Fahrzeugen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vier Stunden lang im Einsatz. Die übrigen Bewohner des Hauses müssen in Notunterkünften untergebracht werden – die zehn Wohnungen sind unbewohnbar. Die Nachbarschaft steht unter Schock.

Wenige Stunden nach dem Feuer-Drama halten immer wieder Nachbarn vor dem Haus. Sie blicken auf das Ausmaß der Tragödie. Vor dem Gebäude liegen verbrannte Überreste aus der Wohnung: eine verkohlte Ananas, ein verrußter Einkaufskorb, ein zerfleddertes Buch und Dinge, die vom Feuer so zerstört wurden, dass sie gar nicht mehr erkennbar sind. Es riecht noch immer nach Rauch.

Schockierte Nachbarn

Die Polizei hat den Brandort mittlerweile versiegelt, die Fenster sind mit Holzbrettern vernagelt worden. In den anderen Wohnungen sind Mieter und Eigentümer beim Lüften und Aufräumen zu sehen. Die Mieter der linken Gebäudehälfte durften ihr Zuhause am Mittag wieder beziehen – die rechte Seite wurde durch Rauch und Löschwasser dermaßen beschädigt, dass sie erstmal unbewohnbar bleibt. „Meine Freundin hat eine Eigentumswohnung in dem Haus, die ist ruiniert. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind komplett durchnässt – das Löschwasser ist durch mehrere Geschosse gesickert. Die Hausbewohner sind fix und fertig“, so eine Döhrenerin.

Stefanie Roß (52) wohnt in der linken Haushälfte, sie konnte schon in der Nacht zu Sonntag wieder in ihren eigenen vier Wänden schlafen. „Ich habe Glück gehabt, bei mir stinkt es nicht mal nach Rauch. Aber ich fühle mich in diesem Haus nicht mehr wohl. Es ist jetzt so leer und still hier.“ Die 52-Jährige kannte die verstorbene Frau, goss ihre Blumen, wenn das Opfer auf Reisen war: „Sie war eine liebenswerte Person, und ich bin wirklich traurig, dass sie jetzt tot ist“, sagt Roß.

Die ausgebrannte Wohnung wenige Stunden nach der Tragödie. Die Fenster sind mit Holzbrettern vernagelt. Quelle: Josina Kelz

Was passiert war

Während des Brandes spielten sich dramatische Szenen ab. Ab 6.05 Uhr wurden zahlreiche Notrufe abgesetzt. Als die Rettungskräfte eintrafen, hatten sich viele Bewohner bereits ins Freie gerettet. Nachdem die Feuerwehrleute die leblose 63-Jährige gefunden hatten, brachten sie sie ins Freie. Sanitäter konnten nur noch ihren Tod feststellen. Gegen 6.40 Uhr war der Brand gelöscht. Die Wohnung der 63-Jährigen brannte vollständig aus. Die 17 Bewohner des Hauses kamen zunächst in einem Bus der Feuerwehr unter, wo sie sich aufwärmen konnten. Eine Nachbarin (62) musste ins Krankenhaus gebracht werden. Sie hatte einen Schock erlitten. Für die restlichen Feueropfer wurden Notunterkünfte bereit gestellt.

Nach ersten Schätzungen der Polizei entstand rund 150 000 Euro Schaden. Warum die Flammen ausgebrochen waren, ist bislang unklar – genauso wie die Todesursache der verstorbenen Frau. Wie die NP aus mehreren Quellen erfuhr, handelte es sich beim Brandort um eine Messie-Wohnung. „Natürlich fragen wir uns, ob das Feuer etwas mit dem Chaos da oben zutun gehabt haben könnte“, sagte eine Bewohnerin. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Von Josina Kelz