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Meine Stadt Wüstenerfahrungen vor Hannovers Rathaus
Hannover Meine Stadt Wüstenerfahrungen vor Hannovers Rathaus
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20:27 17.08.2019
Hat Wüstenerfahrung: Syedhom Salama zeigt bei Hannovers Fest der Kulturen das Kochen in einer Tadjine. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Wenn ein Mann in tibetanischer Mönchskluft Bissendorfer Eis kauft, zwei junge Frauen – die eine Halb-Jamaikanerin, die andere Halb-Algerierin – in japanische Tracht gekleidet einem Gewandträger mit ägyptischen und marokkanischen Wurzeln bei der Zubereitung traditioneller Wüsten-Speisen helfen und noch dazu viele Menschen gute Laune haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in Hannover gerade Fest der Kulturen ist.

Am Sonnabend-Mittag hat die Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette die große Multikulti-Party mit viel internationaler Musik vor dem Neuen Rathaus eröffnet. „Hier kann man sehen wie bunt und vielseitig Hannover ist. Da sind wir stolz drauf“, verkündete sie auf der Bühne, auf der kurz zuvor noch die Tanzgruppe „Sol Mexico“ ihr Können gezeigt hat. Zum neunten Mal richtet die Stadt das Fest aus. „Es hat seinen festen Platz im Veranstaltungskalender“, sagte Tegtmeyer-Dette. Sie sieht darin ein Zeichen, dass „Hannover nicht nur geografisch in der Mitte Europas liegt. Wir haben auch ein internationales Herz“, verkündete sie.

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Ein Lob auf die Vielfalt: Hannovers Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette eröffnete am Sonnabend das Fest der Kulturen. Quelle: Michael Wallmüller

Fest der Kulturen auch noch am Sonntag

Voneinander lernen. Übereinander lernen. Das ist die Idee hinter dem Fest, das auch am Sonntag noch von 12 bis 20 Uhr auf den Trammplatz und in den angrenzenden Maschpark einlädt. Dort war vor allem vor und auf der Tanzbühne viel los. 40 junge Talente traten gegeneinander an. „All-Style-Battle“ hieß der Wettbewerb, bei dem es vor allem in der KO-Runde der besten 16 zur Sache ging.

Denn „All-Style“ heißt, dass die Tänzer auch wirklich zu allen Musikrichtungen ihr Können zeigen müssen. Per Glücksrad wird diese ausgewählt. „Dann müssen sie flexibel auf das reagieren, was kommt. Sogar auf Kinderlieder“, erklärt Marco Baaden, gelernter Erzieher, selbst begeisterter Tänzer und beim städtischen Bereich Kinder- und Jugendarbeit Organisator des Wettbewerbs. „Wir wollten hier auch wirklich die verschiedenen Tanzkulturen auf der Bühne umsetzen“, sagte Baaden.

Flexibel sein: Bei der „All-Style-Battle“ mussten die Teilnehmer im Zweifel auch spontan zu Kinderliedern tanzen. Quelle: Michael Wallmüller

Kräutersalz machen und Wüstenkochen

Ein paar Meter weiter ging es ruhiger zu. Am Stand des Spielparks Holzwiesen aus Vahrenheide konnten Kinder mit Stößel und Mörser Kräutersalze herstellen. Manuel Dathe, der mit Papa Gregor Schmidt gekommen war, hatte das schon im Vorjahr ausprobiert. „Das hat Spaß gemacht. Ich mische immer ganz unterschiedliche Sachen rein“. Auch im Spielpark treffen zahlreiche Kulturen aufeinander. „Wir machen viel Integrationsarbeit und wollen den Stadtkindern mehr Kontakt zur Natur vermitteln“, sagte Mitarbeiterin Selvi Cevirme.

Konzentriert: Unter Anleitung von Holger Schönnagel (rechts) stellen Manuel Dathe und sein Papa Gregor Schmidt Kräutersalz her. Quelle: Michael Wallmüller

Mit Natur kennt sich auch Syedhom Salama aus. Er hat Wüstenerfahrung mitgebracht zum Fest der Kulturen. An seinem Stand kann man lernen, wie sich auch beim Grillen Energie sparen lässt. Er braucht nur wenige Briketts Holzkohle, um eine üppige Mahlzeit aus Gemüse und Hähnchenfleisch zu zaubern. Der Trick: Auf den Boden des von ihm selbst getöpferten Gefäßes, einer Tadjine, liegt Sand. „Der wird heiß und gibt noch lange die Hitze ab. Dadurch brauche ich viel weniger Kohle“, erklärte Salama. In der Wüste werde statt der Kohle Kameldung verwendet.

Kochen wie in der Wüste: Auf Holzkohle mit Sand wird das Gericht erhitzt. Quelle: Michael Wallmüller

Menschen aus 178 Nationen leben in Hannover

Abseits der selbst kreierten Wüstenspeise hat das Fest der Kulturen kulinarisch allerdings noch viel mehr zu bieten. Fischgerichte aus Nigeria, Falafel aus dem Nahen Osten, Dalmeni und Wareniki aus Russland. Und eben Eis aus Bissendorf. Es kommt von „Kuhlmann’s Hof“. Für die Geschmacksrichtung „Sorbet Heidelbeere“ wurde der frisch in diesem Jahr zum kulinarischen Botschafter Niedersachsens ernannt. Zum Fest der Kulturen haben die Wedemarker auch ihre neue Mischung „Gin Tonic“ mitgebracht. „Die haben wir zusammen mit den Gin-Experten von Rossgoschen entwickelt“, berichtete Mitarbeiterin Sina Kalic.

Bis auf die AfD präsentierten sich auch sämtliche Ratsfraktionen mit Ständen vor dem Neuen Rathaus. Die SPD hatte ein Quiz zu Hannovers Partnerstädten organisiert. Bei der CDU gab es frisches Popcorn. Bei der FDP auch, außerdem Entenangeln. Auch die Parteien sehen in der Vielfalt Hannovers einen Gewinn. Menschen aus 178 Nationen sind mittlerweile in die Stadt gekommen. Und viele davon auch zum Fest auf den Platz.

Tausende Besucher kommen zum Neuen Rathaus, um das Fest der Kulturen zu feiern, bei dem Hannover seine Vielfalt präsentiert.

Von Christian Bohnenkamp

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