Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Fast vier Jahre für Kontospäher
Hannover Meine Stadt Fast vier Jahre für Kontospäher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:50 12.09.2012
Von Annette Rose
VERURTEILT: Vasco G. nannte Komplizen. Ihn erwarten weitere Prozesse. Quelle: Frank Wilde
Hannover

G., der erwischt wurde, hat Mittwoch seine Strafe bekommen: Drei Jahre und zehn Monate Haft wegen Fälschung von Zahlungskarten mit Garantiefunktion und Computerbetrug. Es wird nicht dabei bleiben: Gegen den zweifachen Familienvater laufen noch weitere Verfahren in Hamburg und Braunschweig.

G. war im Sommer 2011 und im Februar mit einem Komplizen, dessen Namen er jetzt offenbarte, nach Hannover gereist. Mit Hilfe eines weiteren Landsmanns hatten sie Leisten mit Minikameras an Pin-Eingabefelder der Bankautomaten angebracht und elektronische Blenden über Karteneingabeschlitze montiert. Damit wurden Magnetstreifen ausgelesen.

Als vor einigen Jahren erste Skimmingfälle bekannt wurden, hätten die Banken die EC-Karten ausgetauscht, so Richterin Renata Bürgel. Heute hätten EC-Karten Sicherheitsmerkmale, so dass Betrüger mit gefälschten Karten in Europa kein Geld mehr abheben könnten. Dies sei der Grund gewesen, warum die Bande mit Fälschungen die Kundenkonten über Banken in USA, Peru und Kanada plünderten.

Vasco G. sei „ein weisungsabhängiger Frontmann mit einem hohen Entdeckungsrisiko“ gewesen. Der Angeklagte hatte, um sich durch Aufklärungshilfe einen Strafrabatt zu verdienen, über seine Komplizen ausgepackt. Er nannte nicht nur den Mann, der ihn nach Hannover begleitet hatte, sondern auch seinen Auftraggeber in Bulgarien. Die Polizei konnte die Identität beider Männer feststellen.

Der Angeklagte sei in Bulgarien unverschuldet in finanzielle Not geraten und habe sich Geld bei einem privaten Kreditgeber geliehen, der ihn unter Druck gesetzt hatte, so die Richterin. Im Prozess gab Vasco G. an, er habe für jeden Einsatztag in Deutschland 500 Euro Schuldenerlass von seinen 20000 Euro-Kredit bekommen sollen. Den Löwenanteil hätten andere kassiert.

Betroffene Kunden erhalten ihre Verluste ersetzt. Die Banken haben für diese Fälle einen Entschädigungspool.

498 Millionen Euro Einnahmen an Gewerbesteuern hatte die Stadt für dieses Jahr erwartet. Bis Ende Juli aber gingen 543 Millionen Euro ein. Ende August waren sogar 595 Millionen Euro auf dem Konto gelandet. Die Unternehmen haben nachgezahlt - auch für die Jahre der Wirtschaftskrise.

Vera König 12.09.2012

Spektakuläre Transplantation in der MHH: Eltern spenden ihrem Sohn Lungenflügel. Es ist die erste Lebendlungenspende in Deutschland.

Thomas Nagel 12.09.2012

Die Gema reformiert ihr Tarifsystem. Ab dem 1. April 2013 drohen vor allem für große Veranstaltungen mit Musik deutlich höhere Gebühren. Klaus Timaeus, Geschäftsführer des Vereins Hannoversches Schützenfest, sorgt sich um das musikalische Angebot auf dem Traditionsfest.

Christian Bohnenkamp 13.09.2012