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Meine Stadt „Falsche Polizisten“: Bei diesen Seniorinnen hatten Trickbetrüger keine Chance
Hannover Meine Stadt „Falsche Polizisten“: Bei diesen Seniorinnen hatten Trickbetrüger keine Chance
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15:32 29.03.2019
Lassen sich nicht veräppeln: Editha Hoppe (links) und Gerda B. haben sich nach dem Betrugsversuch bei der Polizei gemeldet. Quelle: Franson
Burgdorf

Vor wenigen Monaten klingelte bei Editha Hoppe (77) das Telefon. Am Apparat war jemand, der sich als Polizist ausgab: „Bei Ihnen ist eine osteuropäische Einbrecherbande unterwegs. Wir haben Ihre Adresse auf einer Liste gefunden, bringen Sie Ihr Geld und Ihre Wertgegenstände in Sicherheit!“ Ein Betrugsversuch. Doch Edith Hoppe roch den Braten – und rief im Anschluss an das Telefonat mit dem Betrüger die richtige Polizei an.

Schon 800 Anrufe in diesem Jahr

So gut gehen die Fake-Anrufe für die Opfer nicht aus. In 2018 registrierte die zuständige Ermittlungsgruppe der Polizei Hannover rund 1300 Anrufe, bei denen die Anrufer vorgaben, für die Polizei zu arbeiten. In diesem Jahr waren es bereits 800 Anrufe – erfolgreich waren die Betrüger in vier Fällen. Und erbeuteten dabei fast 350.000 Euro.

Die „falschen Polizisten“ haben Konjunktur

Polizeihauptkommissar Uwe Bollbach ist Beauftragter für kriminelle Prävention. Er beobachtet die Entwicklung ganz genau: „Fake-Anrufe von angeblichen Polizisten registrieren wir derzeit massiv.“ Die Maschen haben Konjunktur. Zuvor war es der Enkeltrick, der bei den Betrügern hoch im Kurs stand. Doch Bollbach weiß auch: „Wir bekommen nur die Spitze des Eisbergs mit.“ Die Dunkelziffer der Vorfälle liege deutlich höher. Doch nicht jedes Opfer meldet sich – etwa aus Scham oder Angst vor der Reaktion der eigenen Angehörigen.

Dahinter stecken organisierte Banden und Callcenter im Ausland

Die Anrufe kommen dabei vor allem aus Callcentern im Ausland. Dahinter stecken große Banden, bei denen es eine klare Aufgabenverteilung gibt. Die Anrufer sprechen in der Regel akzentfreies Deutsch. Es sei sogar wahrscheinlich, dass einige von ihnen hier in Hannover oder Region aufgewachsen sind. Dann gibt es Logistiker: „Die koordinieren den Ablauf hier vor Ort“, erklärt Bollbach. Am Ende kommt schließlich der Abholer zu den betrogenen Senioren, um die Beute mitzunehmen.

Auch bei Gerda B. (61) aus Burgdorf ist es zum Glück nicht so weit gekommen. Bei ihr war eine Frau am Telefon, die sich als ihre Nichte ausgab. Sie meinte, sie sei gerade im Urlaub und bräuchte 10.000 Euro für ein Auto. Doch Gerda B. lässt sich nicht reinlegen: „Ich hab gesagt, dass ich kein Geld da hab und hab aufgelegt. Ich wusste, dass meine Nichte nicht im Urlaub ist.“

Die Polizei rät: Lassen Sie sich nicht verunsichern.

Uwe Bollbach betont, was er in den vergangenen Jahren gerade Senioren beinahe täglich ans Herz legt: „Die Polizei fragt am Telefon nicht nach Geld oder Wertgegenständen und fordert Sie auch nicht zur Mitarbeit an Ermittlungen auf.“ Gerade ältere Menschen sollten auf der Hut sein, sich nicht unter Druck setzen lassen, skeptisch bleiben – und im Zweifel die richtige Polizei verständigen.

So schützen Sie sich vor falschen Polizisten

Von Janik Marx

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