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Meine Stadt Fahrradstraßen: Leider nicht konsequent
Hannover Meine Stadt Fahrradstraßen: Leider nicht konsequent
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19:23 20.11.2018
Die Rechte auf einer Fahrradstraße – allzu oft ist das Auslegungssache. NP-Redakteur Sven Holle kommentiert das Thema.
hannover

Eine Radfahrerin und ein Kleinlaster stehen sich im Weg – 40 Minuten lang, bis die Polizei den Streit auf der Fahrradstraße auflöst. Der kuriose Vorfall auf der Kleefelder Straße beschäftigt Politik und Verkehrsverbände - und wirft ein Schlaglicht darauf, wie verworren die Situation an vielen Stellen in Hannover ist. Dazu hier ein Kommentar von NP-Redakteur Sven Holle:

Fahrradstraße. Streng genommen müsste schon der Wortsinn reichen, um klar zu machen, wie es dort läuft. Aber die Verwaltung hat lieber die Ausnahme zur Regel gemacht und überall diese Zusatzschilder angeschraubt, die dann doch wieder alle Fahrzeuge zulassen. Weil sie Anlieger nicht bevormunden will. Weil sie den eh schon knappen Parkraum nicht verringern will. Weil sie den Durchgangsverkehr nicht umleiten will. Und, und und  ...

Das ist alles nachvollziehbar, aber leider auch überhaupt nicht konsequent. Man kann den Verkehr einer Großstadt nicht fahrradfreundlicher machen, ohne zu anderen Teilnehmern mal ein bisschen unfreundlich zu sein.

Den Sturm der Entrüstung auch mal aushalten

Was bringen einem 40 Fahrradstraßen, wenn sie nur in der Theorie funktionieren? Und in der Praxis zu so gut wie gar nichts gut sind – außer noch mehr Grund für Ärger zu liefern, der im Zweifel sogar in einem 40-Minuten-Starrsinn-Irrsinn inklusive Polizeieinsatz gipfeln kann? Um es vorsichtig auszudrücken: Nicht viel.

Mehr hätte diese Stadt mit Sicherheit von weniger der Sondermodelle – diese aber wirklich für die Radfahrer zu Ende gebaut und -dacht. Den Sturm der Entrüstung der anderen muss man dann auch einmal aushalten. Oder so ehrlich sein, zu sagen: Wir machen das gar nicht. Halt eine Haltung haben.

Auch bei der kleinen Fahrradstraße ist es wie in der großen Politik: Will man es möglichst vielen Recht machen, ist am Ende meistens keiner glücklich.

Von sven holle