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Meine Stadt Ermittlung gegen Richter im Hells-Angels-Prozess
Hannover Meine Stadt Ermittlung gegen Richter im Hells-Angels-Prozess
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13:10 03.05.2009
Polizisten stehen vor dem Landgericht Hannover beim Prozess gegen Mitglieder der Hells Angels.
Die Sicherheitsvorkehrungen bei dem Hell-Angels-Prozess im Landgericht Hannover vor einem halben Jahr waren immens.
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Hannover. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt noch immer gegen den Vorsitzenden Landrichter Jürgen Seifert und Oberstaatsanwalt Hansjürgen Schulz wegen Strafvereitlung im Amt und Rechtsbeugung, wie der Bremer „Weser-Kurier“ (Sonntagausgabe) berichtet. Die Anklagebehörde wolle Ende kommender Woche entscheiden, ob sie ein Verfahren gegen die Juristen eröffnet.

Elf Mitglieder des Rockerclubs waren nach einem Raubüberfall auf den verfeindeten Rockerclub „Bandidos“ vom Landgericht Verden zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Drei Männer wurden zu Haftstrafen verurteilt. Die Anklage hatte den Mitgliedern der Rockerbande ursprünglich gefährliche Körperverletzung und schweren Raub vorgeworfen. Der Anklagepunkt schwerer Raub wurde vom Gericht nach Geständnissen der Angeklagten jedoch fallengelassen.

Mitte Dezember hatte Amtsrichter Christian Rost aus Rinteln (Kreis Schaumburg) die Verdener Juristen angezeigt, weil diese seiner Meinung nach zu milde mit Bremer „Hells Angels“ ins Gericht gegangen waren. Einen „rechtswidrigen, ja kriminellen Deal“ hatte Rost seinen Juristenkollegen vorgeworfen. Wie das Blatt weiter berichtet, glaubt der aufmüpfige Amtsrichter Rost nicht an den Erfolg seiner Anzeige: „Die stellen das sang- und klanglos ein.“ Das Urteil hatte eine politische Diskussion über „Deals“ in Strafverfahren ausgelöst. ddp