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Meine Stadt Einst Brache – bald Gastro- und Fitness-Paradies
Hannover Meine Stadt Einst Brache – bald Gastro- und Fitness-Paradies
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10:23 17.04.2019
Gründer Vincenzo Andronaco in seiner neuesten Filiale. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Am Eingang werden die Bodenplatten verfugt. „Bitte nicht drauftreten“, ruft Angelo Arena und zeigt auf den mit Pappe bedeckten Ersatzweg. Der Betriebsleiter des Feinkosthändlers Andronaco wirkt trotz des Gewusels um ihn herum sehr relaxed. Bestimmt wird ihm das einen anerkennenden Blick von Vincenzo Andronaco einbringen. Der Gründer der italienischen Kultkette mit Hauptsitz Hamburg ist nach Hannover gekommen, um sich um Feinheiten der Inneneinrichtung zu kümmern.

„Rechts wird die Showküche stehen, dahinter der 2,7 Tonnen schwere Pizzaofen“, sagt der 67-Jährige und gestikuliert. Vor seinem Auge scheint der Betrieb schon zu laufen. „Wir eröffnen im Mai. 100-prozentig“, versichert er. Wenn denn alles klappt mit Bauarbeiten und Behörden, könne er auch einen genauen Termin nennen. „Ein oder zwei Wochen später machen wir dann ein kleines Fest.“ Was heißt klein? „Na, so an die 2000 oder 3000 Leute.“

3000 Quadratmeter Verkaufsfläche

Das ist dann das Ereignis, auf das Italienfans fast sieben Jahren warten mussten. Andronaco am Hauptgüterbahnhof wird die zehnte und größte Filiale in Deutschland. 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche, eine eigene Gelateria, eine Salumeria (Frischetresen mit Käse-, Aufschnitt- und Fleischspezialitäten), eine Gebäckstation und Regale, die sich fast biegen werden.

„Wir haben 750 Sorten Nudeln, 250 Sorten Öl und 1740 unterschiedliche Sorten Flaschenwein“, berichtet Andronaco. Was mag er persönlich am allerliebsten? Kurzes Nachdenken, dann streicht sich der Gründer grinsend über den kugelrunden Bauch: „Alles, was fett ist.“

Die zehnte und größte Filiale deutschlandweit eröffnet Feinkosthändler Andronaco auf dem ehemaligen Hauptgüterbahnhof.

Drei Fitnessbetriebe ziehen ein

Da passt ja in Hannover die Nähe zu den Fitness-Studios. Die Kette McFit zieht ein. Eine Kletterhalle und eine Trampolinhalle wollen die Deckenhöhe von etwa zehn Metern nutzen. Noch kann Arena nicht sagen, wer Andronacos Nachbar wird. „Die Verträge sind nicht unterschrieben. Aber das klingt gut.“

Auch der Feinkosthändler hat die Höhe der alten Bahnhofshalle genutzt. Im Zuge des millionenteuren Umbaus ließ er oben mit Blick auf den Laden (der unterteilt ist in eine Fläche für den Groß- und eine für den Einzelhandel) die Verwaltungsräume errichten. Darunter liegen sichtbar Rohre und Leitungen. „Ich mag den Industriecharme“, sagt der Mann, der mit 18 Jahren aus Sizilien nach Hamburg kam, zuerst auf dem Bau arbeitete und dann mit einem kleinen Obst- und Gemüsestand am Barmbeker Bahnhof den Grundstein für sein heutiges Imperium legte.

Sohn wollte in die City ziehen

Ein Sohn und eine Tochter sind als Unternehmensnachfolger gesetzt. Am Filius wäre fast die Filiale am Weidendamm gescheitert. Nachdem Andronaco mit einem Gutachten auch die Skeptiker davon überzeugt hatte, dass sein Angebot nicht das der Händler in der Nordstadt gefährde, wollte der Sohn nicht mehr das große Geschäft im Hauptgüterbahnhof machen, sondern lieber in die City ziehen.

„Wir haben uns dann doch anders entschieden“, erzählt der Vater. „Und wir sind glücklich.“ Das werden bestimmt bald auch die Freunde italienischer Küche sein. Entweder, indem sie zuhause mit den Zutaten zaubern oder sich im Bistro oder im Außenbereich mit den 300 Sitzplätzen mit Pasta satt verwöhnen lassen.

Von Vera König

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