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Meine Stadt Einheitsfeier: 174 Demonstranten festgenommen
Hannover Meine Stadt Einheitsfeier: 174 Demonstranten festgenommen
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10:44 04.10.2014
Hannover

Null Partylaune: Mit Sprüchen wie „Lasst uns dem Staatspersonal in seiner ekelhaften Selbstzufriedenheit in die Suppe spucken“ hat ein Protestbündnis linker Gruppen und Organisationen gestern mit mehreren tausend Teilnehmern gegen die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit demonstriert. Nach einer Kundgebung am Opernplatz riefen Teilnehmer auf einem Zug quer durch die Innenstadt Parolen gegen Kapitalismus, Nationalismus, Armut und Ausgrenzung. Auch viele Kurden beteiligten sich und forderten Unterstützung ihrer Landsleute, die in Syrien und Irak von der Terrorgruppe IS bedroht sind.

Am Hauptbahnhof stoppte die Polizei den Zug, weil diverse Teilnehmer sich vermummt hatten. Erst als die meisten ihre Gesichter halbwegs wieder freigelegt hatten, konnte es weitergehen. Im weiteren Verlauf kam es laut einem Polizeisprecher aber immer wieder zu „erheblichen Vermummungen.“ Außerdem wurden aus der Menge vereinzelt Bengalos und Rauchbomben gezündet und Farbbeutel unter anderem auf die Arbeitsagentur an der Brühlstraße geworfen. Sonst blieb der Protest aber friedlich. In Höhe der Markthalle erklärten die Veranstalter den Protest schließlich für beendet – nachdem ein Teil des Zuges abweichend von der genehmigten Route zum Maschsee ziehen wollte, die Polizei dies aber verhinderte. Dabei sollen Beamte laut Bündnissprecher Lars Fischer auch Pfefferspray eingesetzt haben.

Nach dem Ende der offiziellen Demonstration zogen viele Aktivisten dann in Kleingruppen zum Maschsee weiter und versuchten das Bürgerfest zu stören. Gegen 19.20 Uhr nahm die Polizei schließlich am Pier 51 (Höhe Altenbekener Damm) rund 130 Personen fest. Randalierer hätten „massiven Widerstand und Angriffe“ gegen Beamte geleistet, sagte Polizeisprecherin Martina Stern. Insgesamt gab es 174 Festnahmen.
Die übrigen Protestaktionen verliefen ohne Zwischenfälle.

Bereits am Vormittag gab es eine Aktion vor der Marktkirche. Hier hielten Demonstranten Schilder wie „Lasst euch nicht vergauckeln“ in die Höhe.
Auf einer weiteren Veranstaltung gegen die Einheitsfeier gaben die Bands „The Toten Crackhuren im Kofferraum“ und „Frittenbude“ am Donnerstag auf dem Opernplatz ein Konzert.

von Harald Grube