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Meine Stadt Ein bodenständiger Superstar
Hannover Meine Stadt Ein bodenständiger Superstar
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22:43 16.05.2019
Begeistert 10 00 Zuschauer: Mark Knopfler verzichtet in der Tui-Arena auf große Effekte und riesige Videobildschirme – aber farbenfroh mag er es auf der Bühne. Quelle: Fotos: Franson
Hannover

Wenn man den bald 70-jährigen englischen Musiker Mark Knopfler auf der Bühne der ausverkauften Tui-Arena betrachtet, wo er Donnerstagabend vor 10.000 Zuschauern eine Karriere von über 40 Jahren Revue passieren ließ, mag man es kaum glauben. Aber: Irgendwann hatte er genug von all dem. Mit seiner Band, den Dire Straits, war er auf dem besten Wege, zu einem Dinosaurier der Rockgeschichte zu werden.

Also zog Mark Knopfler die Notbremse. Nach dem Welterfolg „Brothers in Arms“, der 1985 den Siegeszug der CD einläutete, und dem Nachfolger „On Every Street“ war 1995 endgültig Schluss – und das, obwohl Knopfler die Band mit seinen Songs, seinem Gesang und vor allem dem unverwechselbaren Gitarrenspiel von Beginn an mehr als prägte.

Wovon er sich verabschiedete, waren insbesondere die Erwartungen, die an eine der kommerziell erfolgreichsten Bands aller Zeiten gestellt wurden, die gigantischen Welttourneen und der Stress, den das Leben als Superstar so mit sich brachte. Genug mit „Money for nothing“, wie er 1985 selbstironisch gesungen hatte.

Warten auf die Klassiker

Auf seinen Soloalben klang alles wieder ein wenig beschaulicher, insgesamt kleiner, oft auch akustischer. Knopfler wandte sich traditionellen Musikrichtungen wie Folk oder Country zu und integrierte viele Elemente daraus in seine Musik. Entsprechend bodenständig ist auch die Live-Show ausgefallen: Es gibt keine Animationen, keine aufwendigen Effekte, keine riesigen Videobildschirme.

Das ebenfalls leicht angegraute Publikum wartet natürlich vor allem auf die Klassiker wie „Romeo and Juliet“, das zehn Minuten lang ausgiebig zelebriert wird, oder „Money for nothing“. Und der Titelmusik des Films „Local Hero“, Knopflers erster Soloarbeit aus dem Jahre 1983.Aber auch ein neuer Hit wie das wunderbar ruhige „Sailing to Philadelphia“ wird zu einem Highlight mit einem Flötensolo, das von den Zuschauern enthusiastisch gefeiert wird.

Das aktuelle, neunte Soloalbum Knopflers ist immerhin mit zwei Songs vertreten, in denen er unter anderem vom „Matchstick Man“ erzählt: unverkennbar der Musiker selbst, der als Jugendlicher meilenweit getrampt ist, um nach einem Gig an der Südküste Englands Weihnachten daheim „in Geordieland“ zu feiern – Knopflers Heimat in der nordöstlichen Region um Newcastle upon Tyne.

Zehnköpfige Band

Die Stücke sind üppig instrumentiert, mit Dudelsack, Trompete, Fiedel und Akkordeon darf seine zehnköpfige Band viele Klangfarben einbringen, aber am Ende steht natürlich Knopflers warme, meist etwas verschleppt gespielte Gitarre im Mittelpunkt. Mehr noch als seine leicht knarzige Stimme verleiht sie den Stücken Charakter.

Dabei wird die Grenze zur Gefälligkeit, der immer auch die Gefahr der Behäbigkeit innewohnt, gelegentlich schon mal überschritten. Obwohl Knopfler niemandem mehr etwas beweisen muss und entsprechend auf seinen wohl größten Hit, die „Sultans of Swing“, einfach verzichtet. Dafür begeistert er mit dem akustischen „Done with Bonaparte“ von seinem ersten Soloalbum „Golden Heart“, vorn am Bühnenrand dargeboten. Die Fans sind begeistert, stürmen bei den Zugaben von den Sitzen Richtung Bühne.

Ehre für einen Saurier

Irgendwann im Konzert kokettiert der Musiker dann auf Deutsch mit der Rente, aber ob das wirklich seine letzte große Tournee ist, wie manche meinen, darf getrost bezweifelt werden. Dafür liebt Knopfler die Musik spürbar zu sehr – und kann das an einem Abend wie diesem seinem dankbaren Publikum auch bestens vermitteln. Ein Saurier ist trotzdem aus ihm geworden: Der „Masiakasaurus Knopfleri“ wurde Anfang des Jahrtausends nach ihm benannt.

Von Matthias Wieland

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